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Deutschland/Welt Bombardement in Damaskus: Syriens Regime droht Israel
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bombardement in Damaskus: Syriens Regime droht Israel
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08:30 06.05.2013
Israelische Kampfflugzeuge griffen nach Medienberichten am Sonntag ein militärisches Entwicklungszentrum nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus an. Quelle: EPA/SANA
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Tel Aviv/Damaskus

Ziel des Luftschlags soll eine Lieferung iranischer Raketen an die libanesische Hisbollah-Miliz gewesen sein. Die syrische Seite sprach von einer "Kriegserklärung" und drohte mit Vergeltung. Israel rüstete sich für mögliche Gegenangriffe und verlegte Flugabwehrraketen an seine Nordgrenze. Der Luftraum im Norden des Landes wurde für zivile Flugzeuge gesperrt.

Die syrische Regierung wertete die Luftschläge als ersten israelischen Angriff dieser Dimension seit Beginn der Krise in dem arabischen Land vor rund zwei Jahren. Syrien und Israel befinden sich offiziell im Kriegszustand. Allerdings war es unter dem Assad-Regime an der schwer bewachten Grenze jahrelang ruhig geblieben.

Die Arabische Liga sowie Syriens Verbündete Iran und Libanon verurteilten die Angriffe. "Das ist ein ernster Verstoß gegen die Souveränität eines arabischen Landes", sagte Liga-Generalsekretär Nabil al-Arabi. Die regionale Sicherheit und Stabilität werde dadurch massiv gefährdet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich besorgt und rief alle Seiten zu höchstmöglicher Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Eskalation des bereits jetzt "verheerenden und sehr gefährlichen" Konflikts zu verhindern. US-Präsident Barack Obama sprach Israel in einem am Sonntag von NBC News in Auszügen veröffentlichten Interview mit dem spanischsprachigen Sender Telemundo vom Vortag das Recht zu, sich "vor dem Transfer moderner Waffen an terroristische Organisationen wie die Hisbollah" zu schützen.

Den Angaben zufolge trafen am frühen Sonntagmorgen Raketen eine Forschungseinrichtung in Dschamraja im Nordosten der Hauptstadt und zwei weitere militärische Ziele in der Umgebung. Laut Radio Israel waren iranische Raketen des Typs Fateh-110 Ziel der Attacke. Sie sollten an die Hisbollah geliefert werden, hieß es. Diese Raketen haben eine Reichweite von etwa 300 Kilometern. Der Luftangriff vom Sonntag war nach Medienberichten schon der zweite Angriff Israels im Herzen Syriens binnen 48 Stunden.

Das Armeezentrum war bereits bei einem Angriff Ende Januar das Ziel der israelischen Luftwaffe gewesen. Auch damals soll es um einen Konvoi mit Waffen an die Hisbollah gegangen sein. Augenzeugen in der Hauptstadt beschrieben die jüngsten Detonationen allerdings als besonders heftig. 

Der syrische Vize-Außenminister Faisal al-Makdad bezeichnete die Luftschläge als "Kriegserklärung" Israels. Dem US-Nachrichtensender CNN sagte er, Syrien werde zu gegebener Zeit Vergeltung üben.

Das syrische Außenministerium schickte laut staatlicher Nachrichtenagentur Sana ein Schreiben an den UN-Sicherheitsrat und Generalsekretär Ban. Wenn Israel seine Angriffe fortsetze, werde das die Spannungen in der Region erhöhen, zitierte Sana aus dem Brief. Dies könne zu einem Krieg führen, der Frieden und Sicherheit in der Region wie auch auf der ganzen Welt bedrohe. Der UN-Sicherheit müsse nun seiner Verantwortung gerecht werden und die israelischen Angriffe stoppen.

Israel äußerte sich zunächst nicht dazu. Allerdings stationierte die Armee zwei Raketenabwehrsysteme im Norden des Landes. Eine Militärsprecherin sagte, zwei Batterien des Systems "Iron Dome" (Eisenkuppel) seien in Position gebracht worden. Es handele sich um eine Routinemaßnahme, die nach "operativen Einschätzungen" erfolgt sei. Die israelische Fluggesellschaft Arkia kündigte an, alle Flüge aus der nordisraelischen Hafenstadt Haifa nach Eilat am Roten Meer im Süden des Landes auszusetzen.

Ziel einer ersten israelischen Attacke am Samstag sei auch eine Ladung hochmoderner Raketen gewesen, berichteten Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter in Israel. Von offizieller syrischer Seite wurde dieser Angriff allerdings nicht bestätigt. Syriens Führung sprach vielmehr von "psychologischer Kriegsführung" in Vorbereitung auf eine tatsächliche Attacke.

Die Regierung in Jerusalem will verhindern, dass chemische Kampfstoffe und moderne Raketen in die Hände des Erzfeinds Hisbollah fallen. Zuletzt verschärfte Israel Warnungen an Damaskus, solche Waffenlieferungen würden als "rote Linie" angesehen. Notfalls müsse die israelische Armee in Syrien eingreifen, um dies zu verhindern.

dpa

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