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Missbrauchsfälle

Bischöfe für Meldepflicht

Auf der Frühjahrsvollversammlung in Bad Staffelstein sprachen Bayerns Bischöfe sich einstimmig dafür aus, dass eine Meldepflicht bei Verdacht von sexuellem Missbrauch und Misshandlungen auch in den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz festgeschrieben wird.
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (l.) und der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx,auf einer Pressekonferenz.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (l.) und der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, auf einer Pressekonferenz.

© dpa

Bayerns Bischöfe haben zugesagt, jeden Missbrauchsverdacht der Staatsanwaltschaft zu melden. Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Bad Staffelstein sprachen sie sich einstimmig dafür aus, dass eine solche Meldepflicht bei Verdacht von sexuellem Missbrauch und Misshandlungen auch in den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz festgeschrieben wird. Damit würde eine Forderung von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erfüllt, die den Vorstoß der bayerischen Bischöfe gestern begrüßte.

Die bayerische Bischofskonferenz sagte zu, die Meldepflicht sofort zu praktizieren. „Mit tiefer Betroffenheit und Scham haben sich die bayerischen Bischöfe gegenseitig über die Missbrauchsfälle in ihren Diözesen ausgetauscht“, heißt es in der Erklärung. Der für die Kirche entstandene Schaden sei groß. Nun müsse alles darangesetzt werden, die Fälle glaubwürdig aufzuklären und besser miteinander umzugehen.

Auch die Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ermutigte Missbrauchsopfer, sich der Polizei, einer Vertrauensperson in der Kirche oder der zentralen Ansprechpartnerin anzuvertrauen. Betroffen sind in Hessen auch staatliche Einrichtungen. Nach der Odenwaldschule gerät die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden ins Visier, die für ihre guten Ergebnisse in der PISA-Studie bekannt wurde. 1989 soll dort ein Lehrer vier Schüler missbraucht haben.

Indes wurden neue Verdachtsfälle bekannt. Die Staatsanwaltschaft Koblenz beschäftigt sich mit Vorwürfen gegen einen Priester und ehemaligen Religionslehrer. Am bayerischen Internat Landheim Schondorf kam es nach Angaben der Schulleitung in den neunziger Jahren zu einer „partnerschaftlichen Beziehung“ eines Lehrers mit einem Schüler.

ap / dpa


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