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Deutschland/Welt „Beziehung zwischen beiden Nationen noch nie so stark wie jetzt“
Nachrichten Politik Deutschland/Welt „Beziehung zwischen beiden Nationen noch nie so stark wie jetzt“
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15:44 13.07.2018
US-Präsident Donald Trump ist für vier Tage in Großbritannien zu Gast. Quelle: JACK TAYLOR/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock
London

 „Die Beziehung zwischen Großbritannien und den USA war nie stärker als heute“ – US-Präsident Donald Trump fasst mit diesem Satz die erste Bilanz seiner viertägigen Großbritannienreise zusammen. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag vor dem britischen Regierungslandsitz Chequers versicherte auch die britische Premierministerin Theresa May die Absicht, die Beziehung beider Länder zu vertiefen. Die vorhergegangene Kritik an Mays Brexit-Strategie leugnete Trump auf Nachfrage. Um 18 Uhr trifft Trump die Queen.

Der Fokus dabei dürfte vor allem auf einer gemeinsamen Verteidigungsstrategie liegen. „Beide Nationen tragen bereits jetzt dazu bei, Leben auf der ganzen Welt zu retten“, sagte May. Auch im Hinblick auf die gemeinsame Handelskooperation gab es positive Signale von beiden Seiten. May freue sich nun auch auf die Ergebnisse des Russlandgipfels am kommenden Montag, dann trifft Trump auf Wladimir Putin.

Trump relativiert Kritik an May

Was harmonisch endet, hatte allerdings mit harten Worten Trumps begonnen: Er wetterte im Vorlauf des Treffens gegen die Brexit-Strategie der Premierministerin. Diese harsche Kritik relativierte er aber nach den gemeinsamen Stunden: „Was auch immer Sie machen, ist für mich in Ordnung. Stellen Sie nur sicher, dass wir zusammen Handel betreiben können.“

Nach seinen Gesprächen mit May gehe er davon aus, dass ein US-Handelsabkommen mit Großbritannien „absolut möglich sein wird“. Trump bestritt auf Nachfrage auch, dass er May angegriffen habe. „Ich habe die Premierministerin nicht kritisiert. Ich habe viel Respekt für die Premierministerin.“

Uneins in der Einwanderungsfrage

US-Präsident Donald Trump hat den Ländern Europas zudem eine härtere Linie gegen Einwanderer empfohlen. „Passt lieber auf Euch auf“, riet er den Europäern. Die Migration verändere die Kultur und verändere die Sicherheitslage. „Ich glaube nicht, dass das gut für Europa ist und auch nicht für unser Land“, sagte Trump. May erklärte, Großbritannien sei stolz darauf, Einwanderer willkommen zu heißen. Dies müsse aber nach einem geregelten System ablaufen.

Kampf gegen Terrorismus

Trump stellte zudem den Kampf gegen den Terrorismus in den Vordergrund. „Wir sind uns einig, dass wir die nukleare Aufrüstung stoppen müssen, auch der Umgang mit Nordkorea war ein wichtiges Thema in unseren Gesprächen.“ Er sei dankbar für die enge Bindung und gute Zusammenarbeit und zuversichtlich, „denn die Bindung beider Länder ist stärker denn je.“

100.000 Menschen protestieren gegen Trump

Während Trump und May die ersten Statements geben, starten auch die Proteste gegen Trumps Besuch. Mehrere Demonstrationszüge setzten sich bereits am frühen Nachmittag durch die Innenstadt in Marsch. Aufgerufen dazu hatten unter anderem Gewerkschaften, Menschenrechtsaktivisten und religiöse Gruppen. Sie werfen Trump unter anderem Sexismus, Rassismus und Hass auf Homosexuelle vor. Mit Slogans wie „Trump nicht willkommen“ oder „Weg mit Trump“ machten sie ihrem Unmut über den US-Präsidenten Luft.

Insgesamt wurden nach Abgaben der Initiative „Stop Trump“ am Freitag etwa 100.000 Trump-Gegner in der britischen Hauptstadt erwartet. Hunderte hatten sich bereits am Vormittag auf dem Parliament Square versammelt und beobachtet, wie ein etwa sechs Meter großer Helium-Ballon in Form eines Trump-Babys in Windeln über dem Platz schwebte.

Mehr in Kürze.

Von RND/dpa/lf

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