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Kabinettssitzung unter Wasser: Dieses Foto der maledivischen Regierung machte seinerzeit Schlagzeilen. Die Malediven sind akut von der Erderwärmung bedroht. Foto: 

Kabinettssitzung unter Wasser: Dieses Foto der maledivischen Regierung machte seinerzeit Schlagzeilen. Die Malediven sind akut von der Erderwärmung bedroht. Foto: © Republik Malediven/Archiv

Klima

Berlin und Paris wollen Inselstaaten beim Klima entgegenkommen

Wieviel Erwärmung verkraftet die Erde? Bei der Pariser Klimakonferenz gehen westliche Länder auf bedrohte Inselstaate zu. Doch es gibt Widerstand.

Paris. Die Forderung von Inselstaaten nach einer Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad rückt zunehmend in den Blickpunkt der UN-Klimaverhandlungen.

Konferenzleiter Laurent Fabius unterstützte das Ziel, eine solche Marke im geplanten Klimavertrag zu erwähnen. "Ich hoffe, wir erreichen das", sagte der französische Außenminister. Zuvor hatte sich auch Deutschland dafür stark gemacht. "Das bedeutet aber nicht, dass man das Zwei-Grad-Ziel einkassiert und durch 1,5 Grad ersetzt", sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Rande der Pariser Klimakonferenz.

Es gibt allerdings auch heftigen Widerstand. "Da haben wir sehr harte Verhandlungen gesehen von Saudi-Arabien, unterstützt von China, um das zu verhindern", sagte Jennifer Morgan von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute. US-Verhandlungsführer Todd Stern sprach von Gesprächen mit Inselstaaten und anderen, "um einen Weg zu finden, die 1,5 Grad in irgendeiner Weise zu erwähnen".

Ziel ist bisher, die Erderwärmung auf unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Vertreter aus 195 Ländern wollen dafür bis zum 11. Dezember einen Weltklimavertrag aushandeln.

Viele Inselstaaten sind besonders dramatisch vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen und fordern deshalb ehrgeizigere Ziele. Fabius sprach von einer Frage des Überlebens.

Mit Blick auf stockende Verhandlungen forderte der Franzose mehr Bereitschaft zur Einigung. Notwendig sei "ein Geist des Kompromisses, um voranzukommen". Auch Flasbarth sah noch "keine gigantischen Sprünge". Es könne aber festgestellt werden, "dass es jetzt doch anfängt, sich zu bewegen".

Die Unterhändler sollen sich am Samstag auf einen neuen Textentwurf einigen. Auf dieser Basis übernehmen am Montag dann die Minister die weiteren Verhandlungen. Ob es gelingt, den Text deutlich zu straffen und nur noch wenige offene Kernfragen an die politische Ebene weiterzureichen, war am Freitag jedoch fraglich. Dazu zählen finanzielle Zusagen für arme Staaten und die jeweiligen Klimaschutzverpflichtungen von Industrie- und Entwicklungsländern.

dpa


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