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Der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.
© dpa

Türkei

Berlin fordert weitere Freilassungen

Ein 45-Jähriger aus Hessen kommt aus türkischer Haft frei. Er war im September bei seiner Einreise auf dem Istanbuler Flughafen festgenommen worden. Taut es wirklich zwischen Ankara und Berlin? Die Bundesregierung bleibt zurückhaltend.

Berlin. Nach der Freilassung eines 45 Jahre alten Hessen aus türkischer Haft pocht Berlin auf Lösungen für Bundesbürger in türkischen Gefängnissen. „Nach Auffassung der Bundesregierung ist die Lösung der verbliebenen Haftfälle eine wichtige Aufgabe zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Freitag in Berlin. In diesem Zusammenhang nehme man auch die Nachricht, dass ein Mann aus dem mittelhessischen Stadtallendorf freigekommen sei, „positiv zur Kenntnis“.

Der 45-Jährige soll in den nächsten Tagen zurück nach Deutschland reisen, wie die hessische Landtagsabgeordnete Handan Özgüven der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden sagte. Die SPD-Politikerin und Rechtsanwältin hatte den Mann nach eigenen Angaben während der monatelangen Haft unterstützt. Zunächst hatte die „Oberhessische Presse“ über die Freilassung berichtet.

Mindestens sieben weitere Deutsche aus politischen Gründen in Haft

Der Mann war am 10. September offenbar wegen politischer Vorwürfe bei der Einreise am Istanbuler Flughafen festgenommen worden. Nun habe ein Gericht in Sivas östlich von Ankara den Haftbefehl aufgehoben. „Er ist befreit, glücklich und erleichtert“, sagte Özgüven der Zeitung.

Vor einer Woche war schon der Deutsche David Britsch aus türkischer Haft freigekommen. Mitte Dezember war die deutsche Journalistin Mesale Tolu aus der Untersuchungshaft in Istanbul entlassen worden, Ende Oktober der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner. Nach der Freilassung von Britsch ging die Bundesregierung davon aus, dass noch mindestens sieben Deutsche aus politischen Gründen in der Türkei hinter Gittern saßen, darunter der aus Flörsheim stammende „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt von einer Verbesserung der deutsch-türkischen Beziehungen gesprochen. „Es gab Probleme, aber unsere letzten Gespräche waren überaus gut“, sagte Erdogan nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“ vom Donnerstag. „Wir haben weder ein Problem mit Deutschland noch mit Holland noch mit Belgien“, zitierte ihn die Zeitung. Die Türkei sei „gezwungen, Feinde zu verringern und Freunde zu vermehren.“ Streiter sagte am Freitag dazu, die Bundesregierung habe die Aussagen Erdogans „zur Kenntnis genommen“.

Von dpa /RND


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