Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Berichte: Strompreisanstieg absehbar - Grüne fordern Gegensteuern
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Berichte: Strompreisanstieg absehbar - Grüne fordern Gegensteuern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:48 08.08.2013
Jürgen Trittin fordert, dass Kohlestrom durch eine angemessene CO2-Abgabe verteuert wird. Quelle: Patrick Pleul
Anzeige
Berlin

t. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) könnte die Umlage 2014 um ein Drittel auf mindestens 7 Cent je Kilowattstunde steigen. Bei einem Haushalt mit durchschnittlichem Jahresverbrauch würde dies dem Blatt zufolge mit 70 Euro zu Buche schlagen.

Laut "Bild"-Zeitung (Donnerstag) könnte die Umlage nach einer Kosten-Simulation der Bundesregierung von derzeit 5,3 Cent auf 6,2 Cent pro Kilowattstunde steigen. Hintergrund sei auch der sehr sonnige Juli und somit ein Einspeiserekord bei Photovoltaik.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin forderte am Donnerstag, die Produktion des derzeit massiv ins Netz geleiteten, schmutzigen Kohlestroms zu verteuern, um die Umlage zu senken. Nötig sei eine angemessene CO2-Abgabe. Denn neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien sei das derzeitige Überangebot an Kohlestrom für den Druck auf die EEG-Umlage verantwortlich, sagte er bei der Vorstellung eines Fahrplans zur Energiewende in Berlin.

Hintergrund: Durch ein großes Angebot an Strom sinkt der Börsenstrompreis - und im Gegenzug steigt die Umlage. Denn die Anbieter bekommen feste Sätze. Verhandlungen über eine Strompreisbremse zwischen Regierung und Opposition sowie Bund und Ländern waren gescheitert. Alle Parteien wollen die EEG-Umlage nach der Bundestagswahl reformieren.

Die Bundesregierung verweigere sich bewusst den nötigen Schritten in Deutschland sowie auf EU-Ebene, so die Grünen. Ohne Deutschlands Blockadehaltung könnte der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten wiederbelebt werden, sagte Oliver Krischer, Fraktionssprecher für Energiewirtschaft. Union und vor allem FDP wollten die Energiewende aber hintertreiben und Kohlekraftwerke und Kohleabbau in Deutschland schützen. Trittin unterstellte der Regierung folgendes Motiv: "Die Investments sollen sich rentieren."

Wenn der Börsenstrompreis niedrig sei, müsse dies zudem an die Verbraucher weitergegeben werden, forderten Trittin und Krischer. Dazu müsse der Wettbewerb zwischen den Stromanbietern gesteigert werden.

Der Bundesregierung werfen die Grünen zudem vor, für riesige Subventionen an die Industrie beim Strompreis zulasten der kleinen Verbraucher verantwortlich zu sein. So sei die Umlagebefreiung längst zu einer Subventionsmaschine für die Agrarindustrie geworden, kritisierte Trittin.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres meldet die Bundesagentur für Arbeit bundesweit noch mehr als 146 000 freie Lehrstellen. Häufig passen die Wünsche der Betriebe und die Schulabschlüsse der Jugendlichen nicht zusammen.

08.08.2013

In Tschechien zeichnen sich nach dem Scheitern der Übergangsregierung des Mitte-Links-Politikers Jiri Rusnok Neuwahlen ab. Dafür sprachen sich Sozialdemokraten (CSSD) und Kommunisten (KSCM) und überraschend auch die bürgerliche Partei TOP09 aus.

08.08.2013

Nach der Absage von US-Präsident Barack Obama eines Gesprächs mit Kremlchef Wladimir Putin droht ein Bruch im Verhältnis der beiden UN-Vetomächte. Der Präsident habe Russland von seiner Prioritätenliste gestrichen, kommentierte die Moskauer Zeitung "Kommersant".

08.08.2013
Anzeige