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Gegen Kambodschas Präsidenten Hun Sen werden schwere Korruptionsvorwürfe erhoben.

Gegen Kambodschas Präsidenten Hun Sen werden schwere Korruptionsvorwürfe erhoben. © Mak Remissa

Innenpolitik

Bericht: Korruption und Rotkreuz-Missbrauch in Kambodscha

Die gegen Korruption kämpfende Organisation Global Witness hat schwere Vorwürfe gegen den seit 30 Jahren in Kambodscha autoritär regierenden Präsidenten Hun Sen erhoben.

Phnom Penh. Seine Familie beute das Land aus, häufe Reichtümer an und missbrauche selbst die größte Wohltätigkeitsorganisation des Landes, die Rotkreuz-Gesellschaft, für politische Zwecke, berichtete die britische Organisation.

Familienmitglieder seien Teilhaber oder Besitzer von Firmen mit Kapital von mehr als 200 Millionen Dollar (180 Millionen Euro). Viele hätten Verbindungen zu Apple, Procter & Gamble, Tommy Hilfiger und andern internationalen Unternehmen, heißt es in dem Bericht mit dem Titel "Feindliche Übernahme".

"Ich weigere mich, Global Witness jegliche Aufmerksamkeit zu schenken", sagte Phay Siphan, Sprecher von Hun Sens Kabinett. "Sie veröffentlichen solche Berichte nur, um Geld von Spendern zu sammeln, die gegen die Regierung sind."

Vorsitzende der Rotkreuz-Gesellschaft ist Hun Sens Frau Bun Rany. Global Witness wirft ihr vor, Rotkreuz-Hilfsgüter als milde Gabe von Hun Sens Partei CPP auszugeben. Das Rote Kreuz verlangt strikte politische Neutralität. Global Witness rief die Föderation der Rotkreuzgesellschaften mit Sitz in Genf auf, Kambodscha auszuschließen.

Die Rotkreuz-Gesellschaft in Phnom Penh wies die Vorwürfe zurück. "Alles, was wir tun, ist zum Wohl des Volkes, nicht der Regierung", sagte die Vize-Generalsekretärin Men Neary Sopheak. Die Föderation stellte eine spätere Stellungnahme in Aussicht.

dpa


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