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Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des Berufskollegs im Kölner Stadtteil Gremberg.

Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des Berufskollegs im Kölner Stadtteil Gremberg. © Oliver Berg

Migration

Belästigungsvorwürfe gegen Wachleute in Flüchtlingsheim

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma sollen Bewohnerinnen einer Kölner Flüchtlingsunterkunft massiv sexuell belästigt haben. Opfer oder Zeugen gibt es bislang aber nicht.

Köln. Die Polizei geht dem Verdacht nach, dass Bewohner einer Kölner Flüchtlingsunterkunft von Wachleuten massiv sexuell belästigt worden sind. Erhärten ließen sich die Anschuldigungen bislang nicht. "Die Vorwürfe sind sehr schwerwiegend", sagte ein Polizeisprecher. "Wir werden weiter ermitteln."

Am Mittwoch hatten laut Polizei etwa 50 demonstrierende Bewohner einer Notaufnahmeeinrichtung vor dem Kölner Büro des Bundesamtes für Migration die Zustände in Flüchtlingsunterkünften angeprangert.

Währenddessen hätten Unbekannte zwei "offene Briefe" verteilt, auf denen im Namen der Bewohnerinnen schwere Vorwürfe gegen Angehörige des Sicherheitsdienstes erhoben werden. Demnach soll es mehrfach zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. So würden Frauen beim Duschen und Stillen fotografiert und gefilmt, Wachleute würden ihnen auflauern und versuchen, sie zum Geschlechtsverkehr zu überreden.

Beamte einer eigens gegründeten Ermittlungsgruppe hätten mehr als 50 Bewohnerinnen der Unterkunft befragt, sagte der Polizeisprecher. "Darunter war bisher keine Frau, die selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs oder Zeugin eines solchen war." Niemand habe bislang eine Anzeige erstattet.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert zum Schutz von Kindern und Frauen in Flüchtlingsunterkünften Nachbesserungen beim Asylpaket II. Übergriffe wie jene, die in Köln gemeldet wurden, seien kein Einzelfall, sagte er dem ARD-Portal tagesschau24. "Wir müssen davon ausgehen, dass sexuelle Übergriffe und Grenzverletzungen in allen Flüchtlingsunterkünften in Deutschland passieren." Dringend erforderlich sei ein Verbot für Wachleute in Unterkünften, dort lebende Menschen zu fotografieren.

Die Stadt Köln prüft die Anschuldigungen einer Sprecherin zufolge "intensiv". Es sei das erste Mal, dass es derartige Vorwürfe gegenüber Wachleuten in Kölner Flüchtlingsunterkünften gebe. In der betroffenen Unterkunft sind demnach rund 200 Bewohner untergebracht. Die dort zuständige Sicherheitsfirma betreut insgesamt 94 Flüchtlingsunterkünfte in Köln.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" zitierte den Projektmanager der Sicherheitsfirma mit den Worten: "Ich bin entsetzt über die Vorwürfe. Ich bin mir sicher, dass sie völlig haltlos sind." Auf weitere Anfragen hin wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

dpa


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