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Deutschland/Welt BND-Zentrale: Der neue Milliarden-Bau des Bundesnachrichtendienst
Nachrichten Politik Deutschland/Welt BND-Zentrale: Der neue Milliarden-Bau des Bundesnachrichtendienst
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14:54 08.02.2019
0Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Knapp elf Jahre nach der Grundsteinlegung eröffnet Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Freitag (11.30 Uhr) offiziell die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Mit dem Einzug der Schule für die Geheimdienstler im Januar war der Umzug des deutschen Auslandsgeheimdienstes von Pullach bei München und anderen Standorten in die moderne Zentrale abgeschlossen. Rund 4000 der insgesamt 6500 Geheimdienstler des BND arbeiten nun in dem riesigen Neubau mitten in Berlin.

Für die Mitarbeiter des traditionell kritisch beäugten BND und seinen Präsidenten Bruno Kahl ist die Eröffnung durch Merkel ein wichtiges Zeichen der Anerkennung. Für die Abnehmer der Informationen und Analysen des BND in Regierung und Politik hat sich mit dem Umzug vom hermetisch abgeriegelten früheren Standort in einer Parkanlage über dem Isartal in die hektische Berliner Mitte schon einiges geändert. Die Zahl der Anfragen ist angestiegen, genau wie jene der Briefings von Politikern und Regierungsmitgliedern.

BND will noch schneller werden

Der Dienst sei dynamischer geworden, heißt es in den Reihen seiner Kontrolleure anerkennend. Am Ende der Veränderungen angekommen sei der BND dennoch noch lange nicht. Der Dienst müsse noch schneller werden von der reinen Analyse hin zur taktisch-operativen Handlung, heißt es in Kreisen, die für die Arbeit des BND verantwortlich sind. Bei der Terrorbekämpfung sei es zwar wichtig, die entsprechenden Gruppen zu beschreiben – aber noch wichtiger sei es, aufzuklären, ob gerade jemand auf dem Weg sei, der einen Anschlag ausüben wolle.

Daten und Fakten zum BND-Neubau

Mehr als ein Jahr hat der Umzug des Bundesnachrichtendienstes in seine neue Zentrale in Berlin insgesamt gedauert. Daten und Fakten zum Umzug und zum Neubau der Zentrale des Auslandsgeheimdienstes in der Hauptstadt:

- April 2003: Entscheidung zum Umzug von der alten Zentrale in Pullach bei München und anderen Standorten nach Berlin

- Oktober 2006: Erster Spatenstich für den Neubau

- Mai 2008: Grundsteinlegung in Berlin

- November 2008: Baubeginn Hauptgebäude

- März 2010: Richtfest. Die Brutto-Grundfläche des Gebäudes beträgt 260 000 Quadratmeter. Das entspricht der Größe von 36 Fußballfeldern. Insgesamt wurden 20 000 Kilometer Glasfaserkabel zur Vernetzung und 10 000 Kilometer Kupferkabel verlegt.

- Frühjahr 2012: Baubeginn der Südbebauung mit Schule, Dienstunterkunft und Besucherzentrum

- März 2014: Bezug der Nordbebauung

- November 2016: Der Hochbau der neuen Zentrale ist fertig.

- November 2017: Beginn des Bezugs mit der Abteilung zur Terrorismusbekämpfung

- Sommer 2018: Umzug des Präsidenten

- Oktober und November 2018: Umzug der alten Zentrale in Pullach nach Berlin in vier Etappen

- Baukosten: 1,086 Milliarden Euro

- Einrichtungskosten etwa für Möbel und Technik: 206 Millionen Euro

- Kosten des Gesamtumzugs in die Zentrale: knapp 5 Millionen Euro

- Umzugskartons: Insgesamt ca. 100 000. Nach Angaben des BND entspricht das aneinandergereiht einer Länge von 55 Kilometern. Allein aus Pullach kamen demnach knapp 32 000 Kartons.

Von RND/dpa