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Der vereinbarte Waffenstillstand wird seit Anfang September weitgehend eingehalten.

Der vereinbarte Waffenstillstand wird seit Anfang September weitgehend eingehalten. © Irina Gorbasyova

Konflikte

Außenminister treiben Umsetzung von Minsk-Friedensplan voran

Neues Treffen zum Ukraine-Konflikt in Berlin: Nach den bisherigen Verzögerungen sollen die schweren Waffen nun bis Anfang Dezember abgezogen werden. Gastgeber Steinmeier sieht guten Willen.

Berlin. Im Ukraine-Konflikt soll nach der weitgehenden Einhaltung des Waffenstillstands jetzt die Umsetzung der anderen Friedensvereinbarungen vorangetrieben werden.

Die Außenminister aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine verständigten sich in Berlin darauf, dass der Abzug von schweren Waffen bis Anfang Dezember beendet sein soll. Nächstes Jahr soll es in den prorussischen Separatistengebieten dann Wahlen geben.

Alle vier beteiligten Staaten bekannten sich zu den Friedensvereinbarungen, die Mitte Februar bei einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs im weißrussischen Minsk vereinbart wurden. Beim Zeitplan hinkt man in vielen Punkten allerdings kräftig hinterher. Russlands Außenminister Sergej Lawrow versicherte jedoch, die Vereinbarungen sollten so lange gelten, "bis sie vollständig erfüllt sind".

Der Waffenstillstand im Osten der ehemaligen Sowjetrepublik wird seit Anfang September weitgehend eingehalten. Ziel ist nun, möglichst bald auch die anderen Vereinbarungen von Minsk mit Leben zu füllen. Eigentlich sollte der gesamte Minsk-Prozess bis zum Jahresende abgeschlossen sein, was aber mit Sicherheit nicht gelingen wird. Insgesamt gab es in dem Konflikt schon rund 8000 Tote.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Lawrow kündigten an, dass nach dem erfolgreichen Abzug von sogenannten leichten Waffen unter 100 Millimeter Kaliber entlang der Front ein ähnlicher Mechanismus für großkalibrige Waffen geschaffen werden sollte. Eigentlich hätten beide Seiten die großen Waffen längst entfernen sollen. Nach Steinmeiers Worten soll dies nun "bis Ende November, Anfang Dezember" geschehen.

Parallel dazu soll ein genaues Regelwerk zur Beseitigung von Minen entwickelt werden, so dass noch vor dem Winter damit begonnen werden kann. Steinmeier sagte, er habe den Eindruck, dass alle Beteiligten daran arbeiteten, "die Hindernisse zu überwinden".

Lawrow rief die prorussischen Separatisten der sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk auf, Hilfsorganisationen Zugang zu gewähren. Russland ist daran interessiert, dass die vom Westen wegen des Konflikts verhängten Sanktionen nicht mehr verlängert werden.

Weitere Teilnehmer des Treffens in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amts, waren der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin und Frankreichs Ressortchef Laurent Fabius. Das nächste solche Treffen ist für Dezember geplant.

Kurz vor dem Ministertreffen beschuldigten sich die ukrainische Führung und die Separatisten gegenseitig, sich nicht an die Waffenruhe zu halten. Besonders unruhig war es nach übereinstimmenden Informationen nördlich und westlich der Separatistenhochburg Donezk. Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamts wurde ein Separatist erschossen. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stellt zunehmend wieder Verletzungen der Waffenruhe fest.

Umstritten ist auch der Sonderstatus für die Separatistengebiete im Osten. Minsk sieht eigentlich vor, dass die Ukraine bis Jahresende diesen Gebieten in der Verfassung einen Sonderstatus einräumt. Im Parlament dürfte es dafür jedoch kaum die nötige Zweidrittelmehrheit dafür zu finden. Möglicherweise wird der Sonderstatus nun vorläufig in Kraft gesetzt.

dpa


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