Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Ausbau der Windenergie erlebt 2015 Flaute
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ausbau der Windenergie erlebt 2015 Flaute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:49 04.01.2016
Solaranlage und Windräder im schleswig-holsteinischen Büttel: 2015 geht für erneuerbare Energien in Deutschland als ein Jahr der Ernüchterung in die Geschichte ein. Quelle: Christian Charisius/Archiv
Anzeige
Berlin

Nach langem Aufwind nun die Flaute: 2015 geht für erneuerbare Energien als ein Jahr der Ernüchterung in die Geschichte ein. So fiel der Zuwachs bei Windenergie an Land - das ist die kostengünstigste aller "Erneuerbaren" - in Deutschland deutlich schwächer aus als im Vorjahr

In den ersten drei Quartalen kamen 675 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1821 Megawatt hinzu, wie aus Angaben des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) hervorgeht. Der Zubau sei mit voraussichtlich 3600 Megawatt im Gesamtjahr 2015 weit unter dem Niveau des Vorjahres geblieben, als es 4750 Megawatt waren.

Viel zu wenig habe sich 2015 auch bei Biomasse und Photovoltaik getan, kritisiert der Verband. In Zahlen: Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet für das Jahr mit einer neu installierten Photovoltaikleistung von knapp 1400 Megawatt; bis Ende November waren es 1320 Megawatt. Das ist ein Einbruch zum Vorjahr um rund 30 Prozent. Der "politische Zielkorridor" von 2400 Megawatt wurde klar verfehlt.

An Biogas-Anlagen kamen 2015 nach Angaben des Fachverbandes Biogas rund 200 Anlagen dazu - etwas mehr als 2014, aber erheblich weniger als im Topjahr 2011 mit 1500. Die installierte Leistung erhöhte sich demnach um 272 auf 4177 Megawatt. Fast jede vierte der rund 8900 Anlagen steht in Bayern, mit weitem Abstand folgen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Die Bundesregierung behindere mit ihren Vorgaben zur Deckelung den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und damit die Energiewende, rügt der Bundesverband BEE. "2012 wurde die Photovoltaik, 2014 die Bio-Energie ausgebremst", kritisiert Geschäftsführer Hermann Falk. Mit den EEG-Eckwerten 2016 drohe nun der Windenergie eine drastische Drosselung. Dies hält auch Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck von den Grünen für fatal: Deutschland drohe die eigenen Klimaschutzziele zu verfehlen.

Die Bundesregierung versucht, die Zuschüsse für Erneuerbare Energien in Grenzen zu halten. Zudem spielen auch die Interessen der Kohleindustrie in den entsprechenden Bundesländern weiterhin eine Rolle.

Der Bund stehe zu seine Zielen, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium und rechnete vor: 2014 seien mit 912 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten 27 Prozent weniger Treibhausgase emittiert worden als 1990. Bis 2020 sei ein Minus von 33 bis 34 Prozent möglich.

Derzeit haben Erneuerbare Energien einen Anteil von rund 26 Prozent (2014) an der Bruttostromerzeugung. 2025 sollen es 40 bis 45 Prozent werden, 2035 55 bis 60 Prozent und bis 2050 mindestens 80 Prozent. Der Ausbaukorridor solle weder über- noch unterschritten werden, bekräftigte das Bundeswirtschaftsministerium. Ziel sei es, die regenerativen Energien noch besser in den Markt zu integrieren, sie planvoll auszubauen "und so auch in Zukunft die sehr hohe Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Kosteneffizienz sicherzustellen".

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seehofer lässt die Katze aus dem Sack: Seine Partei will die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge auf 200 000 begrenzen. Die SPD kontert spöttisch: Will der CSU-Chef das mit Waffengewalt durchsetzen?

04.01.2016

Der Konflikt in Syrien und die Bedrohung durch die Terrormiliz IS hatten die großen Widersacher in der Region zuletzt nähergebracht. Doch nun brechen alte Konflikte zwischen Saudis und Iranern wieder auf.

03.01.2016

Frieden zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan? Etwas Hoffnung war aufgeblüht, als sich die Regierungschefs zu Weihnachten trafen. Doch wie so schon oft folgte auf die Handschläge neuer Terror.

03.01.2016
Anzeige