Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Atommüll im Ärmelkanal entdeckt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Atommüll im Ärmelkanal entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 12.04.2013
Die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in Seascale. Quelle: epa/Owen Humphreys/Archiv
Anzeige
London

Umweltschützer halten die Fässer für eine latente Gefahr, weil die Strahlung in die Nahrungskette gelangen könnten. Die beteiligten Regierungen sehen dagegen derzeit keinen Handlungsbedarf, da es sich um schwach- bis mittelradioaktive Abfälle handelt.

Großbritannien hatte seinen Atommüll, vor allem aus der Nuklearanlage in Sellafield, noch bis 1982 im Ärmelkanal und anderen Stellen des Nordatlantiks versenkt. Der Meeresgraben Hurd Deep vor Alderney war eines der bevorzugten Verklappungsgebiete. Auch andere Länder wie Belgien und die Schweiz, aber auch Deutschland machten von der seit 1993 endgültig verbotenen Praxis Gebrauch.

Nach einer Studie der Regierung der Kanalinseln aus dem Jahr 2009 lagern im Ärmelkanal - unweit der französischen Atomanlage La Hague - Fässer, die unter anderem Plutonium 239 und 240 sowie Cäsium und Americium enthalten.

Nach einer Statistik der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) waren mehr als 28 000 Fässer mit schwachradioaktivem Material in den Jahren 1950 bis 1963 von Großbritannien und Belgien in den Unterwassergraben Hurd Deep verklappt worden. Das entspricht mehr als 17 000 Tonnen.

Nach Darstellung der Grünen unter Berufung auf offizielle Statistiken aus dem Jahr 2012 lagern in der Nordsee an 15 Stellen 114 726 Tonnen Atommüll in 222 732 Fässern - Alpha-, Beta- und Gammastrahler. 480 Fässer kommen einer Antwort der Bundesregierung auf eine Grünen-Anfrage zufolge aus Deutschland. "Die Überwachungsdaten enthalten keinerlei Hinweise auf Emissionen aus den Versenkungsgebieten", hieß es in der Mitte 2012 veröffentlichten Antwort des Bundesumweltministeriums.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Italien kommt bei der Suche nach einer neuen Regierung nicht voran. Auch zwei am Freitag vorgestellte Berichte von zehn Experten sorgten kaum für Bewegung in der seit Wochen andauernden Regierungskrise des Landes.

12.04.2013

Erstmals in Deutschland soll sich ein früherer Bundespräsident vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hannover erhob am Freitag Anklage gegen Christian Wulff wegen Bestechlichkeit.

12.04.2013

Homosexuelle Paare dürfen in Frankreich künftig heiraten und Kinder adoptieren. Nach der Nationalversammlung bewilligte am Freitag auch der Senat das umstrittene Gleichstellungsgesetz der sozialistischen Regierung.

12.04.2013
Anzeige