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Deutschland/Welt Atommüll-Schiff setzt nach Zwangsstopp Fahrt fort
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Atommüll-Schiff setzt nach Zwangsstopp Fahrt fort
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16:44 28.06.2017
Atomkraftgegner haben den ersten Atommülltransport gestoppt. Quelle: dpa
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Bad Wimpfen

Vier Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood seilten sich mit einem Transparent mit der Aufschrift „Verhindern statt verschieben“ von einer Brücke in Bad Wimpfen ab. Das mit drei Castor-Behältern beladene Schiff musste daraufhin nach mehrstündiger Fahrt zunächst anhalten, bis der Weg wieder frei war. Spezialkräfte der Polizei hatten sich mit zwei der Atomkraftgegner in ein Boot abgeseilt. An den zwei weiteren Aktivisten, die noch an der Brücke hingen, fuhr das Schiff langsam vorbei.

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Mit einer Protestaktion haben Atomkraftgegner in Baden-Württemberg den Castor-Transport mit Atommüll auf dem Neckar vorübergehend gestoppt.

Der erste Atommüll-Transport auf einem Fluss in Deutschland bringt ausgediente Brennelemente aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim ins Zwischenlager am Kraftwerk Neckarwestheim.

Der Zwangsstopp beeinflusst der Polizei zufolge den Ablauf des Transports. „Wir haben zwar Puffer eingeplant, aber eine Verzögerung ist nicht wegzudiskutieren“, sagte ein Sprecher. „Es handelt sich um eine Straftat. Die Demonstranten erwartet eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Verkehr sowie wegen Nötigung“, sagte er. Auch in Heilbronn protestierten Atomkraftgegner gegen den Transport. Vom Hauptbahnhof zogen die Demonstranten zum Neckar, wo eine Mahnwache geplant war.

EnBW plant noch fünf weitere Castor-Transporte

Der Energieversorger EnBW will die Container mit verbrauchten Brennelementen in das Zwischenlager Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) bringen. Für die etwa 50 Kilometer lange Strecke auf dem Neckar wurde eine Fahrzeit von etwa zwölf Stunden erwartet. Die Polizei bewacht den Transport unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und Einsatzkräften am Ufer. Der Transport auf dem Fluss sei „eine Verantwortungslosigkeit sondergleichen“, sagte Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“.

EnBW hält die Beförderung per Schiff für eine sichere Lösung. Das Unternehmen argumentiert, dass der Transport des Atommülls nach Neckarwestheim den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim überflüssig mache. Das Unternehmen plant in den nächsten Wochen insgesamt fünf Transporte mit je drei Castoren. Damit sollen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim gebracht werden.

Von RND/dpa

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