Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Assad räumt Gesprächen mit USA geringe Erfolgsaussichten ein
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Assad räumt Gesprächen mit USA geringe Erfolgsaussichten ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:45 27.03.2015
Syriens Machthaber Baschar al-Assad beim Truppenbesuch. Quelle: Sana/Archiv
Damaskus

Die USA wollten weiterhin die syrische Führung durch "Marionetten" ersetzen. "Uns bleibt nur übrig, auf die wirkliche Veränderung der amerikanischen Politik zu warten."

US-Außenminister John Kerry hatte unlängst gesagt, mit Syrien müsse über ein Ende des Krieges verhandelt werden, direkte Gespräche mit Assad schloss die US-Regierung aber aus. Assad hatte Mitte März nach Angaben des syrischen Staatsfernsehen gesagt, nur das syrische Volk entscheide darüber, ob er im Amt bleibe. In dem Land hatte vor vier Jahren ein Bürgerkrieg begonnen.

Dem US-Sender CBS sagte Assad nun: "Wir sind für jeden Dialog mit jedem offen, auch mit den USA, falls es auf gegenseitigem Respekt beruht." Die Souveränität seines Landes dürfe dabei aber nicht infrage gestellt werden.

In dem Tass-Interview fügte Assad an, Syrien zähle weiter auf die Rückendeckung Russlands. Die russische Marinebasis Tartus in Syrien sei ein Stabilitätsfaktor für die Region. "Falls Russland seine Anwesenheit im östlichen Mittelmeer und in Syrien ausdehnen will, würden wir dies begrüßen", betonte er. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dazu jedoch, Moskau plane derzeit keine Erweiterung seines Engagements dort.

Russland ist enger Partner Syriens und verkaufte wiederholt Waffen an das Regime in Damaskus. Auch deswegen setze der Westen alles daran, Russland zu schwächen, meinte Assad. "Es gibt eine Verbindung zwischen der Syrien-Krise und dem Geschehen in der Ukraine", fügte er hinzu. Beide Länder seien für Russland von großer strategischer Bedeutung. Vor allem die USA, Frankreich und Großbritannien würden aber versuchen, Russland zu schaden - zum Beispiel mit Sanktionen.

Die Luftangriffe etwa der USA gegen den Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak bezeichnete Assad als "wirkungslos und nicht ernst gemeint". Der Westen wolle die Terrormiliz in Wirklichkeit gar nicht zerstören, sondern als "Erpressungspotenzial" missbrauchen.

"Sie sagen, dass unser Land undemokratisch ist. Gleichzeitig unterhalten sie gute Beziehungen etwa mit Saudi-Arabien, das überhaupt kein Verhältnis zur Demokratie besitzt", sagte Assad. In Saudi-Arabien gebe es "keine Wahlen, Frauen sind rechtlos, und es geschehen dort andere Dinge, von denen alle wissen". Dies sei eines von vielen Beispielen für die "Heuchelei des Westens", meinte er.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Bundesinnenministerium weist die Forderung der Länder nach mehr Bundesmitteln für die Unterbringung von Flüchtlingen zurück. Ein Sprecher sagte, die Vereinbarung vom vergangenen Dezember, wonach die Länder dafür 2015 und 2016 je 500 Millionen Euro erhalten, sei "abschließend" gewesen.

27.03.2015

Mehr als drei Viertel der Deutschen sprechen sich einer Umfrage zufolge gegen Entschädigungszahlungen an Griechenland für Verbrechen der Nationalsozialisten aus.

27.03.2015

Knapp 18 Jahre nach ihrer Hochzeit haben sich Altkanzler Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf getrennt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus dem Umfeld von Schröder-Köpf in Hannover.

27.03.2015