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Assad bot Rebellen eine Amnestie an. Foto: Sana Handout

Assad bot Rebellen eine Amnestie an. Foto: Sana Handout

Konflikte

Assad: Wir tun das Unsrige, damit die Waffenruhe klappt

Die Waffenruhe in Syrien hält weitgehend, auch wenn sich die Kriegsparteien gegenseitig Verstöße vorwerfen. Präsident Assad will sich weiter daran halten - und bietet Rebellen eine Amnestie an.

Damaskus. Syriens Präsident Baschar al-Assad will die seit Samstag geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland nach eigenen Angaben zu einem Erfolg führen. "Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert", sagte Assad in einem TV-Interview mit der SWR/ARD-Sendung "Weltspiegel-Extra" (Dienstag).

Er bot Rebellen eine Amnestie und gegebenenfalls eine "Rückkehr in ihr normales ziviles Leben" an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben.

Die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe hält bislang weitgehend, wenngleich sich Regime und Rebellen gegenseitig Verstöße vorwerfen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete auch am Dienstag Luftangriffe und Gefechte. Die Gewalt ging jedoch im Vergleich zu den vergangenen Wochen zurück. Eine erste Verständigung auf die Feuerpause hatte es Mitte Februar in München gegeben.

Trotz der Waffenruhe wurde im Nordwesten Syriens nach russischen Angaben eine internationale Journalistengruppe beschossen, darunter auch Deutsche. Mehrere Artilleriegeschosse seien 150 bis 400 Meter von den 33 Reportern entfernt eingeschlagen, sagte der russische Militärsprecher Igor Konaschenkow. Einige Journalisten hätten "leichte Schrammen" abbekommen. Die Geschosse soll demnach von türkischem Territorium abgefeuert worden sein.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein US-Kollege John Kerry bezeichneten die Waffenruhe als Zeichen der Hoffnung für das Bürgerkriegsland. "Seit München hat es greifbare Fortschritte gegeben", sagte Steinmeier bei einem Treffen mit Kerry in Washington.

Kerry erklärte, die Verstöße gegen die Waffenruhe würden nun einzeln untersucht. "Es ist nicht überraschend, dass jemand Kampfflugzeuge in der Luft sieht oder sogar beobachtet, dass Kampfflugzeuge Bomben abwerfen. Die Frage ist, wo sie sie abgeworfen haben und wer dort am Boden ist." Aber keine der Verletzungen sei signifikant genug, um die Vereinbarung zu brechen. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der syrische Al-Kaida-Ableger.

Assad bezeichnete die Lage der Bevölkerung in seinem Land als "humanitäres Desaster". Er bestritt jedoch, dass seine Truppen Rebellen-Gebiete von jeglicher Versorgung abschnitten. Die syrische Armee und Städte unter ihrer Kontrolle würden aus diesen Regionen heraus bekämpft und bombardiert. "Wie sollten wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr abschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?", sagte Assad.

Am Montag waren erstmals seit dem Beginn der Waffenruhe in Syrien Hilfslieferungen in einer belagerten Stadt eingetroffen. In den nächsten Tagen wollen die UN mehr als 150 000 Menschen in Gebieten helfen, die vom Regime oder Rebellen eingeschlossen werden.

An Deutschland gewandt betonte Assad, es sei "gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land in Not verlassen" hätten. Zugleich stellt er die Frage, ob es nicht klüger und auch "weniger kostspielig" sei, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können. Dafür müsste sich der Westen entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land, sagte Assad.

Er räumte ein, dass Syrien nicht mehr "vollständig souverän" sei und militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und aus dem Libanon erhalte. Dies geschehe, um das Übergreifen des islamistischen Terrors zu begrenzen. Letztendlich "sind sie nicht zu unserer Verteidigung gekommen, sondern zu ihrer eigenen Verteidigung", sagte Assad.

dpa


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