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Wolfgang Rosenbusch.

VORSITZENDER RICHTER:
Wolfgang Rosenbusch.© Julian Stratenschulte

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Anwälte als Drücker unterwegs

Der Prozess um den Brandanschlag in Salzhemmendorf könnte schneller vorbei sein, als er begonnen hat. Weil Anwälte Nebenkläger, ohne ihr Wissen für den Prozess "geworben" haben, droht die Verhandlung zu platzen.

Hannover. Platzt der Anschlagsprozess von Salzhemmendorf? Zumindest waren alle Prozessbeobachter erstaunt, als der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch gestern die Sitzung mit den Worten „Wir haben ein Problem“ unterbrach. Ihn hatte das Fax eines hannoverschen Anwalts erreicht, dass vier Nebenkläger ihre Vollmacht widerrufen hätten. Sie seien zu Hause von Anwälten aufgesucht worden und hätten nicht gewusst, was sie unterschrieben. Sie hätten aber überhaupt kein Interesse, den Prozess als Nebenkläger zu verfolgen.

Anwalt Christoph Rautenstengel, Verteidiger von Saskia B. (24), beantragte die Aussetzung des Verfahrens. „Die Nebenkläger sind im Stile eines Haustürgeschäfts angeworben worden.“ Es gebe keine Möglichkeiten, den Schaden, den die Beweisaufnahme genommen hätte, zu heilen. Weil die Anwälte, die diese Nebenkläger vertreten hätten, mit ihren Fragen in den Prozess eingegriffen hätten. Roman von Alvensleben, Anwalt von Dennis L. (31), ergänzte: „Die hohe Zahl der Nebenkläger hat das Verteidiger-Verhalten beeinflusst.“ Würden nicht 13 Anwälte im Saal sitzen, hätte es eine persönliche Einlassung seines Mandanten gegeben. Richter Rosenbusch will am nächsten Prozesstag, 18. Februar, über die Aussetzung des Prozesses entscheiden.

Bereits im NSU-Prozess war ein Anwalt damit aufgeflogen, dass er einen Nebenkläger frei erfunden hatte. Der Prozess wurde trotzdem fortgesetzt.


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