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Nach dem Brandanschlag: Feuerwehr-Einsatz in einer Unterkunft für Asylbewerber in Salzhemmendorf bei Hameln.

Nach dem Brandanschlag: Feuerwehr-Einsatz in einer Unterkunft für Asylbewerber in Salzhemmendorf bei Hameln. © Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont

Brände

Anschlag auf Asylbewerber-Unterkunft bei Hameln

Der Angriff trifft eine Mutter und deren Kleinkinder im Schlaf: In Niedersachsen durchschlägt ein Brandsatz das Fenster einer Asylbewerber-Wohnung. Auch im sächsischen Aue bricht ein Feuer in einer Unterkunft aus.

Salzhemmendorf/Aue. Mit einem Molotowcocktail haben unbekannte Täter einen Brandanschlag auf eine bewohnte Asylbewerber-Unterkunft in Salzhemmendorf bei Hameln verübt. Der Brandsatz flog in der Nacht zum Freitag durch ein geschlossenes Fenster in die Wohnung in dem ehemaligen Schulgebäude.

Eine 34-jährige Mutter aus Simbabwe und deren drei kleine Kinder, die gemeinsam in einem Nebenraum schliefen, blieben nach Angaben der Polizei unverletzt. Ein Teppich und eine Matratze gerieten in Flammen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)sprach nach einem Gespräch mit der betroffenen Familie von "versuchtem Mord". In dem Gebäude leben insgesamt mehr 30 als Flüchtlinge.

Auch in Sachsen hat es erneut in einem Asylbewerberheim gebrannt. Die Ursache für das Feuer in der bewohnten Unterkunft in Aue war zunächst unklar. Die Polizei teilte aber mit, nach ersten Erkenntnissen werde ein Anschlag ausgeschlossen. Das Feuer im Dach war bereits am Vormittag gelöscht.

Nach dem Anschlag im niedersächsischen Salzhemmendorf mit 9350 Einwohnern wurde die betroffene Flüchtlingsfamilie in einer anderen Unterkunft untergebracht und psychologisch betreut. Die Polizei fahndet nach einem Fahrzeug, das am Tatort gesehen wurde. Die Behörden richteten eine Sonderkommission mit 30 Beamten ein.

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening verurteilte die Tat. "Ich bin völlig fassungslos, niemand hätte sich vorstellen können, dass bei uns so etwas passiert", sagte der parteilose Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Bei uns herrscht gelebte Willkommenskultur." Es habe nichts darauf hingedeutet, dass in Salzhemmendorf etwas Vergleichbares hätte passieren können.

Auch für die Polizei kam der Brandanschlag unerwartet: "Es gibt in Salzhemmendorf und auch im gesamten Landkreis keine rechte Szene", sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Es habe im Ort und in anderen Kommunen der Region in der Vergangenheit keine fremdenfeindliche Aktionen gegeben. Möglicherweise handele es sich um die Tat eines Einzelnen.

dpa


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