Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Angeklagter von sexueller Nötigung freigesprochen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Angeklagter von sexueller Nötigung freigesprochen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 06.05.2016
In der Silvesternacht hatten Tätergruppen am Kölner Hauptbahnhof massenweise Frauen eingekreist, bedrängt und bestohlen. Foto: Markus Böhm/Archiv
Anzeige
Köln

Im ersten Prozess wegen eines Sexualdelikts während der Kölner Silvesternacht ist der Angeklagte vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen worden.

Das Kölner Amtsgericht sah keine Beweise dafür, dass der 26-Jährige zu einer Gruppe gehört hatte, die eine Frau begrapscht und bestohlen haben soll. Das Opfer hatte den Algerier in der Verhandlung nicht wiedererkannt. Der Mann wurde unter anderem wegen Hehlerei zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Der 26-Jährige war ursprünglich angeklagt, weil er am Kölner Hauptahnhof zusammen mit etwa zehn anderen Männern eine Frau umzingelt haben sollte. Laut Anklage hatten mehrere Personen aus der Gruppe heraus das Opfer zwei bis drei Minuten lang in sexueller Motivation unter anderem am Gesäß angefasst. In dem Getümmel sollte der 26-Jährige der Frau das Handy gestohlen haben - die Polizei fand es später bei ihm. Das Handy habe er einem Bekannten abgekauft, sagte der Angeklagte vor Gericht.

Das 54 Jahre alte Opfer schilderte in der Verhandlung, wie es sich plötzlich von Männern umkreist fand. "Ich habe das als sehr bedrohlich empfunden." Überall an ihr seien fremde Hände gewesen, sagte die Frau. Später bei der Polizei hatte sie den 26-Jährigen anhand eines Fotos "mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit" identifiziert. Doch als sie den Mann in der Verhandlung sah, kam er ihr nicht bekannt vor. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin den Vorwurf der sexuellen Nötigung fallen.

Auch einem wegen Raubes angeklagten 23-Jährigen konnte nicht nachgewiesen werden, dass er Silvester einer Frau das Handy gestohlen hatte. Er wurde im Gerichtssaal ebenfalls nicht wiedererkannt. Das Gericht verurteilte beide Männer letztlich zu Bewährungsstrafen von sechs Monaten wegen Hehlerei und eines gemeinschaftlich begangenen Autoaufbruchs. Beide Männer müssen aber in Abschiebehaft, weil sie sich in Deutschland nicht als asylsuchend gemeldet hätten, sagte ein Verteidiger.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Papst war auf der italienischen Flüchtlingsinsel Lampedusa, von der griechischen Insel Lesbos nahm er drei syrische Migrantenfamilien mit in den Vatikan. Der Argentinier zeigt, was Nächstenliebe und Solidarität sind - und wendet sich mit einer Botschaft an Europa.

06.05.2016

Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Axel Reimann, hat eine Alterssicherung vieler Selbstständiger mittels gesetzlicher Rente angemahnt.

Ein erheblicher Teil von ihnen sorge nicht genug vor und sei im Alter auf Grundsicherung angewiesen, sagte Reimann dem Berliner "Tagesspiegel".

06.05.2016

Die Bundesregierung erwartet nach dem Rückzug des türkischen Regierungschefs Ahmet Davutoglu die Einhaltung des Flüchtlingspakts durch die Türkei.

"Die Europäische Union und Deutschland werden auch künftig alle vereinbarten Verpflichtungen erfüllen, und wir erwarten das auch von türkischer Seite", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter.

06.05.2016
Anzeige