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Bundesumweltminister Peter Altmaier will mit voraussichtlich zehn anderen Ländern einen Club der Energiewendestaaten gründen.

Bundesumweltminister Peter Altmaier will mit voraussichtlich zehn anderen Ländern einen Club der Energiewendestaaten gründen. © Peter Steffen/Archiv

Energie

Altmaier will Energiewende exportieren

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat vor Vertretern von 136 Staaten für ein rasches Umsteuern hin zu mehr Solar- und Windenergie geworben.Die Kosten für fossile Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas erhöhten sich immer weiter, sagte Altmaier bei der Vollversammlung der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) in Abu Dhabi.

Abu Dhabi. i. "Das kann ein Hindernis werden für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand."

Altmaier erinnerte an die Ölkrise in den 70er Jahren. Deutschland will mit einem "Club der Energiewendestaaten" vorangehen und so auch neue Exportmärkte für die Energiewirtschaft erschließen. Altmaier hofft, dass mindestens zehn wichtige Staaten als Vorreiter dabei mitmachen.

Mit der chinesischen Energiebehörde wurde am Rande der Tagung als erster Schritt ein Abkommen zur stärkeren Zusammenarbeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien unterzeichnet - dort stammt 80 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken, zugleich will das Land massiv Wind- und Solarenergiekapazitäten ausbauen.

IRENA-Direktor Adnan Amin erinnerte bei der 3. Vollversammlung der 2009 gegründeten Organisation an die massiven Beeinträchtigungen durch Smog in China. Man müsse Kosten und Nutzen gleichermaßen betrachten beim Ausbau erneuerbarer Energien. Das Treffen ist die zentrale Konferenz der internationalen Staatengemeinschaft für erneuerbare Energien. Der Anteil am globalen Energiemix soll bis 2030 von 15 auf 30 Prozent verdoppelt werden. 2011 wurden schon 193 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert.

Altmaier warb besonders für den Energiewende-Club, für den er am Montagabend bei einem Treffen mit rund zehn Ministern die Grundlage legen wollte. Interesse bekundet haben unter anderem China, Südafrika, Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Marokko. "Der Club soll eine verstärkte politische Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien erreichen", sagte Altmaier. "Es geht aber auch darum, über Lösungen nachzudenken, um die Kosten weiter zu senken."

Energieträger wie Kohle seien nur scheinbar billig, weil externe Kosten für die Klima- und Umweltschäden nicht eingepreist würden. "Wir müssen auch die externen Kosten dieser Energieträger im Kopf haben." Die Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien seien zu Beginn hoch. "Auch in Deutschland haben wir hier einige Fehler gemacht." Aber heute sei der Ausbau viel günstiger als noch vor zehn Jahren. Zudem sei das ein Wachstumsmarkt, sagte er mit Blick auf 380 000 Arbeitsplätze in Deutschland im Bereich erneuerbare Energien.

Er sieht in dem Club auch ein Vehikel, um neue Absatzmärkte für Unternehmen zu schaffen, etwa für die kriselnde Solarindustrie. Am Rande der Konferenz betonte der Minister: "Wir können damit unsere Stellung als Exportland stärken." Dadurch könnten Arbeitsplätze in Deutschland gesichert werden. Er plädierte für einen stärkeren Zusammenschluss europäischer Solarunternehmen und ein Anbieten nicht allein von Modulen, sondern von Systemlösungen, um sich gegen die Konkurrenz aus Chinas zu behaupten. Bei der Konferenz wurde bekannt, dass Saudi-Arabien einen starken Solarausbau plane.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht in dem Club die Gefahr reiner Symbolpolitik. "Wir brauchen nicht ein weiteres Wohlfühlprogramm mit ein paar Dollar für ein paar Solaranlagen und eine jährliche Konferenz", sagte der Energieexperte von Greenpeace International, Sven Teske, der dpa. So etwas sei nur sinnvoll, wenn auch der Druck erhöht würde, "jegliche Unterstützung für den weiteren Ausbau von Kohle- und Atomkraftwerken auf Null zu fahren". Teske betonte, eine Hauptherausforderung sei heute angesichts dramatisch gefallener Preise immer weniger die Kostenfrage. Das Problem sei vor allem, dass die Zeitgleichheit noch nicht erreicht sei, also die Stromproduktion wenn der Strom auch gebraucht wird.

dpa


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