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Deutschland/Welt Aktivisten erinnern an gestürzten Parteichef
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Aktivisten erinnern an gestürzten Parteichef
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12:17 04.04.2013
Eine Chinesin präsentiert ihren Anstecker mit dem Bild von Parteichef Zhao Ziyang. Quelle: Bill Smith
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Peking

Seit der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 fordern Bürgerrechtler vergeblich eine Rehabilitierung Zhao Ziyangs, der abgesetzt wurde und dann den Rest seines Lebens unter Hausarrest verbringen musste, weil er das gewaltsame Vorgehen damals abgelehnt hatte.

 Polizisten in Zivil beobachteten am Donnerstag das Gedenken, ohne einzugreifen oder wie sonst auch üblich Personalien festzustellen. "Ich sah heute früh schon rund 100 Leute", sagte eine Aktivistin der Nachrichtenagentur dpa. In Gruppen seien sie ins Haus gelassen worden. "Es passen jeweils 20 bis 30 rein." Die Tochter Zhao Ziyangs, Wang Yannan, habe sie begrüßt und ins Haus gebeten, das zu einer Art Pilgerstätte auch für Bittsteller geworden ist. "Zhao Ziyang leistete einen großen Beitrag für China", sagte einer der Aktivisten, die auch Blumen in der chinesischen Trauerfarbe Weiß mitbrachten.

 Eine Gruppe hatte Bilder des Ex-Parteichefs und ein weißes Spruchband mit der Aufschrift "Gedenkt Zhao Ziyang" bei sich. Zivilpolizisten verweigerten einem dpa-Reporter den Zutritt zum Haus. "Es ist zu voll", sagte eine Polizistin. Wegen des Gedenkens an die Opfer des Massakers von 1989 ist der Totengedenktag seither immer ein heikler Feiertag gewesen. Mehrere Dissidenten wurden auch unter Hausarrest oder besondere Beobachtung gestellt.

 Der Aktivist Qi Zhiyong, der damals von einer Kugel getroffen und seither behindert ist, durfte sein Haus in Peking nicht verlassen. Die Polizei in der Provinz Henan nahm den Bürgerrechtler Yu Shiwen vorübergehend fest, weil er zu einem öffentlichen Gedenken an die Opfer des Massakers aufgerufen hatte, wie der amerikanische Sender Radio Free Asia (RFA) berichtete. In der Provinz Zhejiang wurde der Aktivist Wei Zhenling von der Polizei aufgefordert, sich vom Friedhof fernzuhalten, berichtete der Sender ferner.

dpa

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