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Deutschland/Welt Afrikanische Staaten blockieren Verhandlungen in Kopenhagen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Afrikanische Staaten blockieren Verhandlungen in Kopenhagen
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16:29 14.12.2009
Tausende Demonstranten setzten sich auch am Montag wieder in Kopenhagen für einen grenzüberschreitenden Kampf gegen den Klimawandel ein. Quelle: AFP
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Kopenhagen. Der Leiter der afrikanischen Delegation, der Algerier Kamel Djemouai, warf der Konferenzleitung und den Industriestaaten am Morgen vor, das Kyoto-Protokoll aufgeben zu wollen. Der Start der Hauptsitzung wurde verschoben. Die Afrikaner bekräftigten jedoch, dass es nicht darum gehe, die Verhandlungen zu sabotieren. Sie seien nach Kopenhagen kommen, um ein positives Ergebnis der Verhandlungen zu erzielen, betonten sie.

Der Leiter des UN-Klimasekretariats Yvo de Boer trat den Bedenken der afrikanischen Staaten entgegen: Die große Mehrheit der Staaten wolle eine Fortsetzung des Kyoto-Protokolls, sagte de Boer. „Das ist nicht nur ein afrikanisches Anliegen“, fügte er hinzu. Ihm sei nicht bekannt, dass einzelne Staaten versuchten, etwas zu blockieren. Unterdessen berief Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard für den Nachmittag informelle und zeitlich unbegrenzte Gespräche ein.

Umweltorganisationen unterstützten die Forderung Afrikas nach einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls. „Die derzeitige Unsicherheit über die Zukunft des Kyoto-Protokolls sorgt für eine Menge Misstrauen“, sagte WWF-Klimaexperte Kim Carstensen. „Afrika hat die Reißleine gezogen, um zu vermeiden, dass der Zug am Ende der Woche gegen die Wand fährt“, sagte Jeremy Hobbs von Oxfam International. Es gehe nicht um eine Blockade der Verhandlungen, sondern vielmehr darum, ob die reichen Staaten bereit seien, Maßnahmen zum Klimaschutz und dem Überleben der Menschen in Afrika und auf der ganzen Welt zu garantieren.

Die Verhandlungen in Kopenhagen finden in zwei formal voneinander getrennten Verhandlungsgruppen statt. In der Arbeitsgruppe unter dem Kyoto-Protokoll werden die künftigen Minderungsverpflichtungen von Kyoto-Industrieländern verhandelt. In der zweiten Arbeitsgruppe unter der Klimarahmenkonvention verhandeln die Staaten über die Emissionsminderungsbeiträge der Nicht-Kyoto-Industriestaaten, insbesondere der USA sowie über die Beiträge der Entwicklungsländer zum künftigen Klimaschutzregime.

ddp

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