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Björn Höcke war von Mitgliedern des AfD-Parteivorstandes heftig kritisiert worden.

Björn Höcke war von Mitgliedern des AfD-Parteivorstandes heftig kritisiert worden. © Julian Stratenschulte

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AfD-Vorstand: Höcke sollte über Parteiaustritt nachdenken

Im Vorstand der AfD geht es hoch her. Frauke Petry plädiert für Ordnungsmaßnahmen gegen den Thüringer Landeschef Höcke. Doch trotz aller Kritik an Höckes rechtsnationalen Thesen - die Mehrheit des Vorstandes folgt ihr nicht.

Berlin. Der Bundesvorstand der AfD hat dem umstrittenen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke indirekt den Austritt aus der Partei nahegelegt.

Nach mehrstündiger Debatte erklärte das Spitzengremium am Freitagabend in Berlin: "Der Bundesvorstand fordert Björn Höcke nachdrücklich auf, auch selbst zu prüfen, inwieweit seine Positionen sich noch in Übereinstimmung mit denen der AfD befinden."

Die Parteivorsitzende Frauke Petry hatte zu Beginn der Sitzung dafür plädiert, Ordnungsmaßnahmen gegen Höcke zu ergreifen. Der AfD-Vorsitzende in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, und andere Teilnehmer des Treffens berichteten jedoch, die Mehrheit der Mitglieder sei dagegen gewesen. Poggenburg, der dem Vorstand als Beisitzer angehört, erklärte: "Damit ist klar, Björn Höcke gehört zur AfD."

Höcke zählt wie Poggenburg zum rechtsnationalen Flügel der AfD. Der Thüringer AfD-Chef war von Mitgliedern des Parteivorstandes am vergangenen Wochenende heftig kritisiert worden. Anlass waren seine Äußerungen über die "Reproduktionsstrategie" von Afrikanern.

Außerdem stießen sich seine Parteikollegen daran, dass Höcke der rechtsextremen französischen Partei Front National zu ihrem guten Abschneiden in der erste Runde der Regionalwahlen gratuliert hatte.

Höcke, der auch Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag ist, hätte zu der Vorstandssitzung in Berlin eigentlich persönlich erscheinen sollen. Er entschuldigte sich jedoch nach Angaben einer Sprecherin mit Hinweis auf die Haushaltsdebatte im Landtag in Erfurt. Der Termin solle voraussichtlich im Januar nachgeholt werden.

Der Thüringer Landeschef selbst wollte sich nicht äußern. Über seine Sprecherin ließ er ausrichten, er habe in der Vergangenheit immer Wert darauf gelegt, dass interne Dinge auch intern geklärt würden. So wolle er es auch in diesem Fall handhaben. Seine Positionen stünden jedoch grundsätzlich im Einklang mit denen der AfD. "Herr Höcke hat bereits Fehler eingeräumt. Jeder Mensch macht Fehler", erklärte die Sprecherin.

Seit dem Parteiaustritt von AfD-Gründer Bernd Lucke im vergangenen Juli gilt der Lehrer Höcke als größter Rivale von Frauke Petry. Lucke, der inzwischen die Partei Alfa gegründet hat, zeigte sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur diese Woche schockiert über die jüngsten Äußerungen Höckes. Er sagte: "Was er da sagt, klingt ja richtig rassistisch. Ich dachte immer, er gehört der sogenannten Neuen Rechten an, aber ich wusste nicht, dass er so biologisch-völkisch denkt."

dpa


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