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Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch.

Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch. © Bernd von Jutrczenka/Archiv

Parteien

AfD-Politiker Poggenburg und von Storch verteidigen Gauland

Die AfD möchte die Affäre um Vize-Parteichef Gauland gerne schnell beerdigen. Doch die öffentliche Empörung ist groß. Auch immer neue Äußerungen aus dem Parteivorstand halten das Thema lebendig.

Berlin. Nach der Empörung über die Äußerungen von AfD-Vize Alexander Gauland über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng sorgt nun die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch für Kopfschütteln.

Die Europaparlamentarierin warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sie wolle die Nationalstaaten abschaffen und "in der EU auflösen". Von Storch schlussfolgerte, dann werde es in Zukunft keine Fußball-Europameisterschaften mehr geben, sondern "nur noch EU-Bundesliga". Die AfD-Politikerin empörte sich am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite außerdem darüber, dass die von ihr geäußerten Vorwürfe gegen Merkel von Medien als "wirr" bezeichnet worden waren.

AfD-Vize Alexander Gauland hatte am Sonntag einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, weil er in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit Blick auf Fußball-Nationalspieler Boateng gesagt hatte: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben."

Der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, stellte sich hinter Gauland. Er sagte, es seien leider Vorbehalte gegen Ausländer in der Bevölkerung zu verspüren. "Das festzustellen, dass das so ist, muss einfach erlaubt sein", sagte Poggenburg.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt nannte Gaulands Äußerung "erbärmlich". Sie zeige "das wahre Gesicht des Herrn Gauland und auch der AfD, das geprägt ist von Intoleranz und Engstirnigkeit."

Gauland sagte am Dienstag in Potsdam, der Name Boateng sei ihm "untergejubelt" worden. Er sehe seine Äußerung in einen völlig falschen Zusammenhang gestellt. Boateng sei als Christ das falsche Beispiel für das Thema des Gesprächs mit den Journalisten gewesen, nämlich die Frage, warum die AfD kritisch zu einer islamischen Einwanderung stehe. "Der Vorwurf des Rassismus ist völlig absurd, weil ich gar nicht wusste, wie er aussieht."

Mit Blick auf die schnelle öffentliche Entschuldigung seiner Parteichefin Frauke Petry bei Boateng meinte Gauland. "Ich glaube, es wäre klug gewesen, wir hätten alle zusammen besser kommuniziert." In einer Telefonkonferenz des Bundesvorstands habe man sich inzwischen darauf verständigt, dass so etwas nicht wieder vorkommen solle.

In einer Mail an die AfD-Mitglieder hat Gauland den Vorgang zuvor bereits aus seiner Sicht geschildert. Er warf er den Journalisten vor, sich nicht an die vereinbarte Vertraulichkeit gehalten zu haben. "Ich hatte vorige Woche ein als vertraulich klassifiziertes Hintergrundgespräch mit zwei FAZ-Redakteuren", schrieb Gauland. Im Mittelpunkt hätten Auseinandersetzungen im Bundesvorstand sowie der "ungebremste Zustrom raum- und kulturfremder Menschen nach Deutschland" gestanden und wie sich dieser auf das Heimatgefühl vieler Menschen auswirke. Gauland bedauerte, "dass der Partei objektiv durch den Bruch aller Regeln ein Schaden entstanden ist".

dpa


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