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Ägyptische Einheiten auf dem Weg Richtung Sinai. Die Armee will zeigen, dass sie den Landstrich noch nicht aufgegeben hat.

Ägyptische Einheiten auf dem Weg Richtung Sinai. Die Armee will zeigen, dass sie den Landstrich noch nicht aufgegeben hat. © epa/STR/Archiv

Extremismus

Ägyptische Armee legt sich mit Terroristen auf dem Sinai an

Während alle auf die Islamisten-Proteste in Kairo schauen, wird der Norden der ägyptischen Sinai-Halbinsel zum Schlachtfeld. Am Samstag wehte in Al-Dschura östlich von Al-Arisch die schwarze Fahne des Terrornetzwerks Al-Kaida, als Angehörige und Gesinnungsgenossen vier "Dschihadisten" zu Grabe trugen.

Al-Arisch/Kairo. n. Sie waren am Vortag bei einem Luftangriff getötet worden, der Israel zugeschrieben wird. Am Sonntag meldeten Anwohner, mehrere Ziele in der Ortschaft Al-Tuma östlich von Al-Arisch seien in der Nacht von "Apache"-Hubschraubern der ägyptischen Armee aus beschossen worden.

Ein Armeesprecher erklärte, bei dem Angriff in Al-Tuma seien "25 Terroristen getötet oder verletzt" worden. Die Website der ägyptischen Tageszeitung "Al-Masry Al-Yom" berichtete am Sonntagabend unter Berufung auf einen Augenzeugen, es seien acht bewaffnete Extremisten getötet worden. Vier weitere Angehörige der Gruppe seien verwundet worden. Sie hätten sich dort nach der Beerdigung der am Vortag getöteten Terroristen versammelt gehabt.

In dem Gebiet werden Islamisten vermutet, die an der Tötung von 16 Soldaten in Rafah vor einem Jahr beteiligt gewesen sein sollen. Übergangsministerpräsident Hasem al-Biblawi betonte am Sonntag, die Regierung stehe hinter den Militäreinsätzen gegen Terroristen auf dem Sinai.

Kurz nach dem Hubschraubereinsatz griffen islamistische Extremisten ein Polizeirevier in der Provinzhauptstadt Al-Arisch an. Nachdem am Samstag eine Rakete vor dem Offiziersclub in Al-Arisch einen Soldaten verletzt hatte, durchkämmte die Armee den östlichen Vorort Al-Raisa, allerdings ohne Erfolg.

Die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis erklärte, vier ihrer Mitglieder seien am Freitag bei einem Raketenangriff auf dem Sinai nahe der israelischen Grenze getötet worden. Der Kommandeur des Trupps, der gerade einen Raketenangriff auf Israel vorbereitet habe, habe den Angriff überlebt. Die Getöteten stammen nach Angaben der Extremisten alle aus Dörfern auf dem Sinai.

Nach Angaben von Augenzeugen feuerten die Israelis insgesamt zwei Raketen auf mutmaßliche "Dschihadisten" in dem Gebiet ab. Die zweite Rakete soll einen Mann auf einem Motorrad getroffen haben.

Die Kairoer Tageszeitung "Al-Shorouk" meldete unter Berufung auf das Militär, die Grenztruppen hätten die Leiche eines Mannes neben einem Motorrad gefunden. Das Militär dementierte jedoch, dass Israel nach Absprache mit Kairo die Extremisten getötet hat. Es habe sich um eine geheime Aktion des ägyptischen Militärs gehandelt, zitierte die Zeitung "Al-Masry Al-Youm" einen Militärsprecher.

Inoffiziell hieß es in Ägypten, es habe vor dem Angriff Kontakt zwischen den Verantwortlichen in beiden Ländern gegeben. Beobachter vermuten, dass sich die ägyptische Armee nicht zu Absprachen mit Israel äußern will, weil Israel von vielen Ägyptern bis heute als Feind angesehen wird.

Die Unterstützer des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi, der im Juli vom Militär entmachtet worden war, verurteilten die "israelische Terroroperation" und nutzten den Vorfall für erneute Kritik an der Militärführung. Während der Regierungszeit der Muslimbrüder hatten militante Salafisten ihren Einflussbereich in dem Gebiet an der Grenze zu Israel ausgedehnt.

dpa


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