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.Obdachlos im Schatten der Macht: Auf einer Bank im Berliner Regierungsviertel.

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 © dpa

Obdachlosigkeit

52 000 Menschen schlafen auf der Straße

Die Zahl der wohnungslosen Menschen steigt extrem an. Das zeigen aktuelle Schätzungen. Die Hälfte der Straßen-Obdachlosen kommt aus Osteuropa. Und auch viele anerkannte Geflüchtete finden keine Wohnung. Wo bleiben sie?

Berlin.  In Deutschland leben 52.000 Menschen auf der Straße. Das ist ein Anstieg um ein Drittel seit 2014. In den Großstädten stammt jeder zweite dieser „Straßenobdachlosen“ aus EU-Ländern, vorwiegend aus Osteuropa. Das geht aus der neuesten Schätzung zur Zahl der Wohnungslosen hervor, die die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) am Dienstag in Berlin vorstellte. Die Schätzung bezieht sich auf das Jahr 2016. Erstmals werden auch geflüchtete Menschen berücksichtigt. Das lässt die Zahl der Wohnungslosen insgesamt auf 860 000 Menschen ansteigen – ein Anstieg um zirka 150 Prozent seit 2014. Allein die Zahl der wohnungslosen anerkannten Flüchtlinge beläuft sich nach Schätzungen der BAG W auf 440 000 Menschen. Sie finden im angespannten Wohnungsmarkt keine eigene Bleibe und nächtigen daher meist weiter in den Notunterkünften. „Wohnungslose Flüchtlinge sind sowohl Nachfragende in den Behelfsunterkünften als auch auf dem Wohnungsmarkt“, erklärt Thomas Specht, Geschäftsführer der BAG W. „Die Zuwanderung hat die Gesamtsituation dramatisch verschärft, ist aber keinesfalls alleinige Ursache der neuen Wohnungsnot“, stellt er klar. IN den Großstädten fehlten insbesondere kleine, bezahlbare Wohnungen – geschätzt 11 Millionen Ein- und Zwei-Zimmer-Apartments seien zu wenig auf dem Markt.

„Der Bund muss deutlich mehr Verantwortung in der Wohnungspolitik übernehmen, vor allem auch über das Jahr 2019 hinaus“, erklärte Werena Rosenke, stellvertretende Geschäftsführerin der BAG W. Solange stehen bislang den Ländern Kompensationsmittel zur sozialen Wohnraumförderung aus dem Bundeshaushalt zu. „Ein reiches Land wie Deutschland hat durchaus die Mittel, die Wohnungslosigkeit zu bekämpfen“, sagte Rosenke.

Von Jan Sternberg/RND


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