Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt 500 Flüchtlinge verweigern Fahrt in ungarisches Aufnahmelager
Nachrichten Politik Deutschland/Welt 500 Flüchtlinge verweigern Fahrt in ungarisches Aufnahmelager
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:02 03.09.2015
Ende der Fahrt: Ungarische Polizisten stoppten einen Flüchtlingszug auf dem Weg nach Österreich. Foto: Herbert P. Oczeret
Anzeige
Bicske

Im ungarischen Bicske haben sich am Donnerstagabend rund 500 Flüchtlinge gegen ihren Transport in ein Flüchtlingslager gewehrt.

Sie waren acht Stunden vorher an der Weiterreise nach Westen gehindert worden, wie die Polizei bestätigte. Gegen Mittag waren sie in Budapest in einen Zug Richtung Sopron an der österreichischen Grenze gestiegen, in der Hoffnung, von dort nach Österreich zu gelangen. Ihnen droht nun die Abschiebung zurück nach Südosten.

Unerwartet stoppte die Polizei diesen Zug unterwegs in Bicske, 37 Kilometer westlich von Budapest. Sie forderte die Reisenden auf, auszusteigen. 20 Busse standen für ihren Transport in das Flüchtlingslager von Bicske bereit. Auch Dolmetscher waren da. Ein Teil der Flüchtlinge sei in das Lager gebracht worden, viele saßen am späten Abend aber noch im Zug und bestanden darauf, nach Westen zu reisen.

Die Polizei erklärte ihr Vorgehen damit, dass sie nur die Personalien der Flüchtlinge habe kontrollieren wollen. Dies sei wegen der chaotischen Zustände am Budapester Ostbahnhof nicht möglich gewesen. Deswegen habe man den Zug in Bicske aufgehalten.

Diejenigen Flüchtlinge, die sich jetzt in Bicske freiwillig kontrollieren lassen, würden in ein Aufnahmelager gebracht. Jene, die die Kontrolle verweigerten, würden abgeschoben, erklärte der Vize-Chef der ungarischen Einwanderungsbehörde, Attila Kiss. Laut ungarischen Regelungen werden Flüchtlinge in das Land abgeschoben, aus dem sie eingereist sind. In den meisten Fällen ist dies derzeit Serbien.

Die seit Mittag im Zug sitzenden Flüchtlinge verweigerten demonstrativ die von der Polizei angebotene Nahrung, berichtete die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI. Freiwillige, die den Flüchtlingen Essen bringen wollten, wurden zugleich von der Polizei nicht zum Zug vorgelassen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit Monaten streitet die EU über die Verteilung von Flüchtlingen. Jetzt scheint es erstmals Bewegung zu geben. In Ungarn hält das Flüchtlingschaos aber an. Ein schockierendes Foto von einem toten syrischen Kind könnte wie ein Weckruf wirken.

03.09.2015

Die US-Republikaner sind einer Sorge ledig, zumindest bis auf weiteres. Donald Trump wird wohl nicht als unabhängiger Kandidat in den Wahlkampf ziehen. Allerdings ist "The Donald" ein Meister des Meinungswechsels.

03.09.2015

Längst nicht alle Eltern arbeiten regelmäßig von 9 bis 17 Uhr. Immer mehr Jobs finden auch am Abend, frühmorgens oder sogar in der Nacht statt. Und was ist dann mit der Kinderbetreuung?

03.09.2015
Anzeige