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18 türkische Arbeiter wurden in Bagdad von Bewaffneten verschleppt. Die Opfer sollen von den Entführern gezielt ausgesucht worden sein. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

18 türkische Arbeiter wurden in Bagdad von Bewaffneten verschleppt. Die Opfer sollen von den Entführern gezielt ausgesucht worden sein. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. © Ali Haidera/Archiv

Konflikte

18 Türken in Bagdad verschleppt

Im Juni 2014 stürmte die Terrormiliz IS das türkische Konsulat in Mossul. Nun wurden wieder Türken zum Ziel im Irak: In der Hauptstadt Bagdad wurden 18 türkische Staatsbürger von Bewaffneten entführt.

Bagdad/Istanbul. In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind 18 Türken verschleppt worden. Es handele es sich um 14 Bauarbeiter, drei Ingenieure und einen Buchhalter, die auf der Baustelle eines Fußballstadions gearbeitet hatten, sagte ein Sprecher des türkischen Außenministeriums.

Sie seien gegen 3.00 Uhr am Mittwochmorgen entführt worden. Die türkischen Staatsbürger seien von den Tätern gezielt ausgesucht worden. Die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Man stehe im engen Kontakt mit den irakischen Behörden.

Die irakische Polizei teilte mit, Bewaffnete hätten die Türken im schiitischen Stadtteil Sadr City in ihre Gewalt gebracht. Die Polizei suche nach den Entführten. Der türkische Baukonzern Nural teilte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu mit, bei den verschleppten Türken handele es sich um ihre Mitarbeiter. Sie errichteten in Sadr City ein Stadion für 30 000 Besucher. Im Irak, einem wichtigen Handelspartner der Türkei, sind zahlreiche türkische Firmen aktiv.

Im Juni vergangenen Jahres hatten Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das türkische Konsulat im nordirakischen Mossul gestürmt. Die Extremisten hatten dabei 46 Türken und drei irakische Mitarbeiter der Vertretung in ihre Gewalt gebracht. Der IS hatte die Geiseln gut drei Monate später freigelassen. Nach unbestätigten Medienberichten war es damals zu einem Gefangenenaustausch gekommen.

Der Regierung in Ankara wurde lange vorgeworfen, die Terrormiliz IS - die Teile der syrischen Grenze zur Türkei kontrolliert - nicht zu bekämpfen oder sie sogar heimlich zu unterstützen. Nach einem dem IS zugeschriebenen Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Vergangene Woche flog die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe im Rahmen des internationalen Bündnisses gegen den IS.

In der Grenzregion zu Syrien wurde unterdessen ein türkischer Soldat erschossen. Ein weiterer wird seit dem Beschuss von syrischer Seite aus vermisst, wie die türkische Armee mitteilte. Das Gebiet auf der syrischen Seite der Grenze wird vom IS kontrolliert. Gerüchte, der IS habe den Soldaten in seine Gewalt gebracht, wurden von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt.

dpa


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