Navigation:
Der Zug stürzte teilweise auf die Autobahn.

Der Zug stürzte teilweise auf die Autobahn.
© dpa

Unfall bei Seattle

Zug entgleist auf Brücke – mindestens drei Tote

Es war die Jungfernfahrt für Zug 501 auf einem neuen Gleisabschnitt südlich der US-Stadt Seattle. Mit einem Mal springen Waggons in voller Fahrt aus den Gleisen, ein Wagen kippt auf eine Autobahn. Drei Menschen kamen ums Leben, 72 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.

Tacoma. Schweres Zugunglück im US-Bundesstaat Washington: Ein Personenzug ist südlich der Stadt Seattle aus den Gleisen gesprungen und teilweise auf einer Autobahn gelandet. Nach Behördenangaben kamen mindestens drei Menschen bei der Entgleisung am Montagmorgen ums Leben. Zuvor hatte die Polizei von sechs Todesopfer gesprochen. Mindestens 72 Personen seien ins Krankenhaus gebracht worden, zehn Personen hätten ernste oder lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

Ein Sprecher des Sheriff-Büros vom Bezirk Pierce, Ed Troyer, bestätigte, dass es sich bei keinem der Opfer um Insassen von Autos oder Lastwagen auf der Interstate 5 handele, auf die der Zug der Eisenbahngesellschaft Amtrak gefallen war.

Der Zug entgleiste gegen acht Uhr morgens etwa 64 Kilometer südlich von Seattle. Laut Amtrak befanden sich schätzungsweise 80 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord des Zuges, der von Seattle nach Portland unterwegs war. Alle Fahrbahnen der Interstate 5 in südlicher Richtung waren südlich des Militärstützpunkts Lewis-McChord gesperrt.

Ein Fahrgast des Zuges sagte der „Seattle Times“: „Wir haben ein Bersten und ein Zerbrechen gehört, Menschen haben geschrien, dann sind die Lichter ausgegangen.“ Er und sein Freund hätten großes Glück gehabt, weil sie in die Polster der Sitze vor ihnen geschleudert worden seien. Sie hätten dann die Fenster eingetreten und seien aus dem Zug in eine Böschung gesprungen.

Der Hochgeschwindigkeitszug war zum ersten Mal auf einer neu gebauten Strecke gefahren. Diese soll die Reisezeit verkürzen, indem die Züge nicht mehr auf einer kurvigen Strecke an der Puget-Meerenge fahren, die teilweise eingleisig ist und auch von Güterzügen benutzt wird.

Der Zug könnte die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten haben

Der Internetseite Transitdocs.com zufolge fuhr der Zug 501 kurz vor der Entgleisung mit einer Geschwindigkeit von 130,5 Kilometern pro Stunde. Dem Verkehrsministerium des Bundesstaats zufolge beträgt die zugelassene Höchstgeschwindigkeit auf dem Streckenabschnitt 127 Kilometer pro Stunde.

Präsident Donald Trump warb nach dem schweren Unfall für höhere Infrastrukturausgaben. Das Zugunglück zeige „mehr denn je, warum unser Infrastrukturplan, der bald vorgelegt wird, schnell genehmigt werden muss“, twitterte er.

Der Abschnitt war nach Angaben des Verkehrsministeriums des Staates Washington seit dem Jahr 2010 mit 181 Millionen Dollar ausgebaut worden, um Kurven zu vermeiden. Er sollte laut Amtrak zehn Minuten Zeitersparnis bringen.

Eine Weiche oder Bahnübergänge gebe es am Ort des Geschehens keine, sagte eine Sprecherin des Ministeriums der „Seattle Times“. Die Ursache des Unglücks sei völlig unklar. Allerdings zitierten lokale Medien den Bürgermeister einer Anrainergemeinde, der bereits Anfang Dezember starke Sicherheitsbedenken gegen die neue Trasse geäußert hatte. Ein Unfall sei nur eine Frage der Zeit, sagte Don Anderson aus Lakewood. Die Sicherheitsmaßnahmen für die Strecke seien unzureichend, das ganze Projekt sei gar nicht nötig gewesen.

Von sos/AP/dpa/RND


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Martin Schulz kritisiert die aggressive Rhetorik der CDU. Sollte in der Politik ein anderer Umgang herrschen?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie