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Panorama Wiesn-Fans kamen im Morgengrauen - viele Fotos!
Nachrichten Panorama Wiesn-Fans kamen im Morgengrauen - viele Fotos!
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13:08 20.09.2010
Besucherinnen aus Australien prosten am Samstag auf dem Oktoberfest in München mit ihren Maßkrügen. Quelle: dpa
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MÜNCHEN. Die ersten kamen bei Dunkelheit. Wer einen der begehrten Plätze im Oktoberfestzelt ergattern wollte, musste früh aufstehen. In Scharen strömten Münchner und Gäste festlich in Dirndl oder Lederhose zum Festgelände - zur Eröffnung des größten Volksfestes der Welt. Allen Wettervorhersagen zum Trotz strahlte zum 200. Geburtstag der Wiesn die Sonne von einem blauen, mit weißen Wölkchen durchsetzten bayerischen Bilderbuchhimmel. Auch der Oberbürgermeister zeigte sich in Bestform: Nur zwei Schläge brauchte Christian Ude (SPD) auf seiner 18. Wiesn, um das erste Fass Bier anzuzapfen.

„Ozapft ist“, ruft Ude den jubelnden Menschen zu, die seit Stunden auf ihre erste Maß warten. Die bekommt freilich traditionell Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der mit Ude auf eine friedliche Wiesn anstößt.

„Die Stimmung kommt von allein, der Umsatz kommt von allein, wichtig ist, dass es ein friedliches Fest bleibt“, sagt Ude. Zum Jubiläum herrschen die strengsten Sicherheitsvorkehrungen in der Geschichte des Festes. Drei Sperrgürtel sollen das Gelände schützen, an den Eingängen gibt es stichprobenartig Taschenkontrollen. Auch wer mit großem Rucksack ein Zelt verlässt, muss freilich mit einer Kontrolle durch die Ordner rechnen: Maßkrüge als Souvenir sind eine begehrte Beute.

Tumulte an den Ausgängen wegen des Rauchverbots blieben zunächst aus, Raucher bekamen teils eigens gedruckte Kärtchen, mit denen sie ins Zelt zurück konnten, auch wenn keine neuen Besucher eingelassen wurden. Dennoch drücke das Verbot ein klein wenig auf die Stimmung, meint eine Raucherin, schließlich schmecke die Zigarette zur Maß ganz besonders gut. Auch befürchtete Geruchsbelästigungen anderer Art gab es erstmal nicht. Es roch nur nach frischem Hendl.

„Ein traumhafter Anstich bei idealem Wetter“, fasst Festleiterin Gabriele Weishäupl zusammen, die stilecht in Münchner Mieder und ererbter goldener Riegelhaube kam. Das Schnüren des Mieders und Feststecken der Haube habe eine Stunde gedauert und sei ohne Hilfe unmöglich, und ein Gewand für alle Tage sei es auch nicht gerade, gibt sie zu: „Es ist unbequem.“ Zum Jubiläum verfolgten als Repräsentanten des Hauses Wittelsbach Herzog Max und Herzogin Elizabeth in Bayern den Anstich. Das Volksfest entstand aus der prunkvollen Hochzeit des Wittelsbacher Kronprinzen Ludwig und der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Oktober 1810.


Der Saal kocht, als Ude später vom Balkon der Ehrentribüne aus den auf den Bänken tanzenden Menschen zuprostet: Die Zahl der Schläge ist ein Kriterium für das Ansehen des Stadtoberhaupts, Ude ist Rekordhalter - kein OB vor ihm konnte ein Fass mit nur zwei Schlägen anzapfen. „Er ist ein Profi“, sagte anerkennend Seehofer, der im Trachtenanzug und nicht wie Ude in Lederhose kam und sich deshalb sofort der Kritik ausgesetzt sieht.

Mit Angela Merkel, der er im vergangenen Jahr ein Wiesnherz geschenkt hatte, sei er „ein Herz und eine Seele“. Diesmal solle das Wiesnherz mit „I mog di“ jedoch seine Frau Karin bekommen, sagte Seehofer. Diese strahlt an seiner Seite im schwarz-samtenen Dirndl. Parteipolitische Bedeutung habe die Farbe nicht, betonte sie: „Mit Schwarz kann man die Schürzen besser variieren.“ Ihre Vorgängerin Marga Beckstein hatte mit ihrer Dirndlverweigerung zum Wiesn-Auftakt für einen kleinen Skandal, dem „Dirndlgate“, gesorgt.

Die Politprominenz aus Berlin fehlte zum Anstich, besonders vor Wahlen lässt man sich sonst ganz gern auf dem Balkon der Ratsboxe sehen, um dem Volk zuzuwinken. Dabei ist die Wiesn wie Fußballspiele ein wichtiger Ort für politische Gespräche und geschäftliche Treffen geworden. „Die Wiesn spielt gerade für Geschäftskontakte eine ganz wichtige Rolle“, sagt Wirtschaftsminister Zeil (FDP). Geschäftsleute und Diplomaten aus vielen Ländern unter anderem aus den USA und Russland kämen mit auf das Oktoberfest. „Da haben wir etwas zu bieten, was sonst niemand hat.“ (dpa)

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