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Panorama Wetter zu schlecht für Supertanker
Nachrichten Panorama Wetter zu schlecht für Supertanker
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12:50 06.07.2010
Der Supertanker "A Whale" am Golf von Mexiko. Quelle: afp

New Orleans. Vor der Küste des US-Bundesstaats Louisianas droht ein neuer Sturm, während erste Ölklumpen Texas erreichten. Laut einem britischen Zeitungsbericht bereitet sich die Regierung in London bereits auf einen Zusammenbruch von BP vor.

Die schwere See habe „beweiskräftige Ergebnisse“ der Testläufe mit dem taiwanesischen Supertanker verhindert, sagte ein Sprecher der Eignerfirma TMT Shipping am späten Montag (Ortszeit). Die Tests würden fortgesetzt, um „A Whale“ entsprechend technisch anzupassen.

Die Vorbereitungen zum Einsatz des umgerüsteten Supertankers sollten eigentlich am Montag abgeschlossen sein. In „A Whale“ werden große Hoffnungen gesetzt: Das Schiff von der Größe von vier Fußballfeldern soll täglich bis zu 80 Millionen Liter ölverschmutztes Wasser aufsaugen und reinigen können; fast so viel, wie alle Schiffe zusammen in den vergangenen zehn Wochen säuberten.

Allerdings drohen neue Unwetter über den Küsten, die die Arbeiten weiter erschweren dürften. Das US-Hurrikanzentrum NHC teilte in Miami mit, dass sich ein kurz vor der Küste des Bundesstaates Louisiana befindliches Sturmtief zu einem weiteren Tropensturm entwickeln könnte. Vergangene Woche hatte Hurrikan „Alex“ die Aufräumarbeiten tagelang lahmgelegt.

In Galveston vor der texanischen Küste wurden unterdessen erste Ölklumpen angespült. Laboruntersuchungen hätten ergeben, dass die Klumpen eindeutig von der Ölpest im Golf stammten, teilten der britische Konzern BP und die US-Regierung am Dienstag mit. Unklar war demnach jedoch, ob das Öl die hunderte Kilometer vom Ort der explodierten Bohrplattform zurückgelegt hat oder ob es eventuell aus einem Tanker lief, der das abgeschöpfte Öl nach Texas bringen sollte.

Die von BP betriebene Plattform „Deepwater Horizon“ war am 20. April explodiert, dabei waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Zwei Tage später sank sie - seitdem strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer. Es ist die größte Ölkatastrophe in der US-Geschichte. Die Kosten des britischen Konzerns für die Eindämmung der Ölpest, für die Säuberung der Küsten und erste Entschädigungszahlungen belaufen sich bereits auf 3,12 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro). Experten schätzen, dass die Katastrophe den Konzern insgesamt zwischen 30 bis 100 Milliarden Dollar kosten wird. Seit der Havarie der „Deepwater Horizon“ hat sich der Wert der BP-Aktie mehr als halbiert.

Nach Informationen der Londoner „The Times“ trifft die britische Regierung bereits Vorkehrungen für den Fall eines Zusammenbruchs des BP-Konzerns. Derzeit werde etwa diskutiert, ob sich die Regierung im Ernstfall und unter strengen Bedingungen an einer Rettung des stark unter Druck geratenen Unternehmens beteiligen könnte, sagte ein mit den Beratungen Vertrauter der Zeitung. Ein zweiter Vertreter sagte der „Times“, es sei „noch nicht klar, wie schlimm es wird, aber die Regierung muss auf alles vorbereitet sein“. BP beschäftigt allein in Großbritannien mehr als 10.000 Menschen, seine Dividenden alimentieren mehrere Pensionsfonds.

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