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Britney Spears

Nächster Comeback-Versuch

Vorhang auf für den Britney-Zirkus

Eines muss man Britney Spears lassen: Die Kunst der Selbstvermarktung beherrscht sie perfekt.

Gerade noch gefallene Pop-Prinzessin, geschiedene Ehefrau und entmündigte Mutter, steigt die Sängerin jetzt wie Phönix aus der Asche: Ihr neues Album „Circus“, auf dessen Cover sie blonder und süßer denn je lächelt, soll einen endgültigen Schlussstrich unter die düsteren Kapitel der Vergangenheit ziehen. „Ich kann es kaum erwarten, das Album mit meinen Fans zu teilen“, sagt sie.

In Deutschland soll die CD an diesem Freitag (28. November) auf den Markt kommen, in den USA erst am Dienstag (2. Dezember) - genau zu Britneys 27. Geburtstag. „Wir wollten es als Geburtstagsgeschenk für sie und die Welt“, sagt der einst verstoßene und wieder recycelte Manager Larry Rudolph. Schon seit Wochen wird das Ereignis vorbereitet wie die Hochzeit des Kaisers von China. Als Appetithäppchen erschien bereits im September die erste Single „Womanizer“ (Schürzenjäger), die es im Oktober im Rekordtempo auf Platz eins der hundert heißesten Scheiben bei den Billboard Charts schaffte.

Daneben gibt es mehrere neue Werbevideos und vor allem eine 90-minütige Dokumentation „Britney: For the Record“ (etwa: Britney - offiziell), die der US-Musiksender MTV zwei Tage vor dem Starttermin ausstrahlen will. Auf unerklärliche Weise gelangen jeden Tag ein paar neue Zitatfetzen an die Öffentlichkeit und werden nicht nur von den Klatschblättern allerorten zitiert - am Medienphänomen Spears kommt längst niemand mehr vorbei.

Als wäre dies nicht schon genug des Werberummels, verkündete die Musik-Serviceseite imeem am Montag überraschend, das Album sei mit Zustimmung von Britneys Plattenfirma Jive/Zomba von sofort an dort online zu hören (http://imeem.com/britneyspears). „Britney ist eine der größten Künstlerinnen der Welt, und wir sind stolz, die Premiere ihres neuen Albums bei uns feiern zu können“, erklärte imeem-Gründer Dalton Caldwell. Die deutschen Fans können ihre Britney sogar direkt bejubeln: An diesem Donnerstag kommt sie persönlich ins beschauliche Offenburg, holt sich ihren Pop-Bambi ab und singt „Womanizer“ - alles im TV zur besten Sendezeit zu sehen.

Schon vor einem Jahr hatte Spears - mit 83 Millionen verkauften Platten eine der bestverdienenden Musikerinnen der Welt - nach ihren atemberaubenden Abstürzen auf der Achterbahn des Promilebens ein Comeback angekündigt. Ihr damaliges Album mit dem düsteren Titel „Blackout“ kam zwar bei Fans und Kritik nicht schlecht an, katapultierte die Sängerin aber gleichwohl nicht als strahlende Siegerin zurück ins Rampenlicht. Zu viele Rechnungen aus der Vergangenheit waren noch offen.

Doch jetzt hat sich einiges getan. Bei den MTV Video Music Awards konnte die 26-Jährige im September in Los Angeles nach einem braven Girlie-Auftritt für ihr Video „Piece of Me“ gleich drei Preise auf einmal einheimsen, darunter die höchste Auszeichnung „Video des Jahres“. Und in dem jetzt bruchstückweise durchsickernden Dokumentarfilm versucht sie, die verunglückten Kapitel ihres Lebens abzuarbeiten: „Ich glaube, ich habe aus falschen Gründen geheiratet“, sagt sie zur Ehe mit Kevin Federline. „Ich habe Menschen in mein Leben gelassen, die schlecht waren“, sagt sie zu ihrem Umgang. „Ich habe total meinen Weg verloren. Ich habe mein Ziel verloren, mich selbst verloren.“

Zur Erinnerung: Nach zahlreichen Eskapaden war ihr im Oktober 2007 das Sorgerecht für ihre beiden Söhne Sean Preston (3) und Jayden James (2) entzogen worden. Anfang 2008 führten zwei psychische Zusammenbrüche zu ihrer Entmündigung - seither hat ihr Vater das Sagen. „Ich wollte nie eine Gefangene sein“, klagt Spears in ihrer Dokumentation. „Ich wollte mich immer frei fühlen. Ich glaube, ich habe jetzt meine Lektion gelernt, und genug ist genug.“


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