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Panorama Kreuzfahrtschiff in norwegischem Hafen angekommen
Nachrichten Panorama Kreuzfahrtschiff in norwegischem Hafen angekommen
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08:30 25.03.2019
Passagiere des Kreuzfahrtschiffes warten auf ihre Rettung. Quelle: Michal Stewart/AP
Oslo

Begleitet von vier Schleppern ist die „Viking Sky“ am Sonntag kurz nach 15 Uhr in den schützenden Molde-Fjord eingelaufen. Im Hafen von Molde soll das 228 Meter lange Kreuzfahrtschiff jetzt untersucht werden. Zuvor war bei Wetterbesserung auf See die Evakuierung gestoppt und das Einschleppen des Havaristen begonnen worden.

Der norwegische Offshore-Versorger „Ocean Responce“ hatte das Kreuzfahrtschiff am Sonntagmorgen auf den Haken genommen. Der Schlepper „Vivax“ sorgte als Heckschlepper für einen stabilen Kurs beim Einlaufen in die Zufahrt von Molde. Zwei Schlepper und ein Schiff der Küstenwache eskortierten den Schleppzug. Die rund 900 verbliebenen Passagiere, die über Nacht auf dem Schiff ausgeharrt hatten, wurden sicher an Land gebracht.

Da die norwegische Seenotrettung zeitweise alle verfügbaren Hubschrauber für die „Viking Sky“ im Einsatz hatte, schickte die dänische Marine Hilfe. Aus Aarhus wurden moderne Seenotrettungshubschrauber nach Norwegen verlegt. Eine Evakuierung mit Booten war wegen der Wellenhöhen nicht möglich.

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Zwei Deutsche an Bord

Die meisten Fahrgäste sind laut Behördenangaben Briten und Amerikaner. Die Reederei teilte der Deutschen Presse-Agentur dpa mit, dass sich auch zwei deutsche Frauen unter den Passagieren befänden. Sie sind demnach 74 und 66 Jahre alt.

Auch die neun Besatzungsmitglieder eines im selben Küstengebiets ebenfalls in Seenot geratenen Frachters wurden laut Nachrichtenagentur NTB mittlerweile in Sicherheit gebracht. Bei dem Frachtschiff „Hagland Captain“ war ebenfalls der Motor ausgefallen. Daraufhin habe es Schlagseite bekommen, teilte der südnorwegische Rettungsdienst mit. Der Frachter war auf dem Weg zur „Viking Sky“, um zu helfen.

Die Evakuierten kamen in ein Notaufnahmezentrum in der Stadt Brynhallen, rund 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo. Die Verletzten wurden dann in drei Krankenhäuser gebracht.

Ein Kreuzfahrtschiff mit 1300 Passagieren an Bord ist während eines Sturms vor der norwegischen Küste in Seenot geraten. Das Schiff habe ein Motorproblem, weshalb es evakuiert werden müsse, teilte die Polizei der norwegischen Provinz Møre og Romsdal auf Twitter mit.

Passagiere veröffentlichten auf Twitter Aufnahmen, die von dem Schiff stammen sollen. Zu sehen ist, wie bei starkem Wellengang Möbelstücke wie Sessel, Stühle und Tische sowie Pflanzen auf dem Boden hin und her schlittern. Ein Brett fällt einer Frau auf den Kopf. Viele Menschen an Bord sitzen und tragen Rettungswesten.

Gepostet von Torsten Schreiber am Samstag, 23. März 2019

Der Küstenabschnitt Hustadvika liegt bei Kristiansund an der zentralen Westküste Norwegens und gilt als gefährliches Seegebiet. Dort ist es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen gekommen. Die „Viking Sky“ wurde 2017 getauft. Sie ist unter norwegischer Flagge unterwegs.

Die Kreuzfahrt des Schiffes sollte ursprünglich am 27. März in Amsterdam enden. Von dort sollte am selben Tag die nächste Kreuzfahrt nach Hamburg und Kiel beginnen. Wie „Viking Cruises“ auf der eigenen Webseite mitteilte, wurde die Reise „Scandinavia & the Kiel Canal“ nun abgesagt. Die Reisenden wurden bereits informiert. Mit weiteren Ausfällen sei derzeit nicht zu rechnen.

Am Sonnabend war die aus zwei elektrischen Antriebsmotoren und vier Dieselgeneratoren bestehende Maschinenanlage zeitweise ausgefallen. Dadurch drohte das erst vor zwei Jahren in Italien gebaute Schiff an der norwegischen Küste bei durch den Wind zu stranden. Erst wenige Meter vor einem Felsen konnte die Besatzung die Drift des Schiffes stoppen.

Von RND/Frank Behring/KN/dpa