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Eine Frau blickt verzweifelt aus dem Fenster ihres durch das Unwetter zerstörten Hauses.© dpa

Wetterchaos

Unwetter richten schwere Schäden in Deutschland an

Regen, Hagel, Sturmböen: Eine Gewitterfront zieht über Deutschland hinweg und richtet vor allem im Osten und Süden schwere Schäden an. Die Feuerwehr muss auf der A 14 Autofahrer mit Schlauchbooten retten.

Berlin. Starke Gewitter und heftige Sturmböen haben am Sonntagabend in vielen Regionen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Vor allem Ostdeutschland und Süddeutschland waren betroffen. Ein Tornado deckte Dächer ab, Wassermassen überfluteten zahlreiche Keller, Böen stürzten Bäume um, Straßen wurden überschwemmt.

In Bernburg südlich von Magdeburg fand ein Mann am Morgeneine 51-jährige Frau leblos auf ihrem Grundstück. Laut Polizei war aber zunächst unklar, ob der Tod der Frau im Zusammenhang mit dem Unwetter steht.

Im Salzlandkreis südlich von Magdeburg deckte ein Tornado Dächer ab und entwurzelte Bäume.

Das Unwetter hinterließ in dem kleinen Ort Cörmigk und in der Umgebung eine Schneise der Verwüstung. Am Montagmorgen wurde das ganze Ausmaß sichtbar: abgedeckte Dächer, eingedrückte Haustüren und Garagen. Verzweifelt standen Menschen vor ihrem zerstörten Hab und Gut.

Die Einwohner versuchten, mit Planen und Holzlatten Fenster und Dächer notdürftig zu schützen.

Riesige Hagelkörner hatten am Sonntagabend zudem Scheiben und Autos zerstört. Auf der A14 in Sachsen-Anhalt zerschlugen Hagelkörner die Scheiben von sechs Autos, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei sagte. Dabei wurde ein Mensch von Glassplittern leicht verletzt.

Unweit von Plötzkau und Bernburg im Salzlandkreis wurde die Fahrbahn von einer Schlammlawine überflutet. Vier Fahrzeuge waren von den braunen Fluten eingeschlossen, fünf Menschen mussten von der Feuerwehr mit Schlauchbooten von den Dächern der Fahrzeuge gerettet werden. Die Rettungskräfte rückten schließlich mit einem Schneepflug an, um die Schlammmassen zu beseitigen. Die Autobahn 14 war bis zum Morgen in beiden Richtungen voll gesperrt.

Auch auf der A9 im Raum Dessau behinderten umgestürzte Bäume und herumfliegende Äste den Verkehr. Laut MDR musste in Dessau ein Handballspiel in der Anhalt-Arena abgebrochen werden, weil Hagelkörner auf das Dach schlugen.

Auch in Berlin und Brandenburg, Sachsen, Thüringen sowie im Südwesten Deutschlands - in Baden, Hessen und Franken - gab es heftige Gewitter. Straßen, Grundstücke und Keller wurden überschwemmt. Mehrere Straßen mussten zeitweise gesperrt werden, auch im Zug- und Flugverkehr gab es Einschränkungen.

In Berlin wurden fünf Autos beschädigt, nachdem ein Blitz in einen Baum eingeschlagen war.

In Sachsen gab es vor allem in Leipzig und den umliegenden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen Schäden.

In Thüringen wurden in erster Linie im Eichsfeldkreis und im Kreis Nordhausen Straßen und Keller überflutet. Umgestürzte Bäume blockierten zahlreiche Straßen. Windböen rissen Stromkabel herunter. Geröll- und Schlammlawinen sorgten auch für Behinderungen auf der A38. Im oberfränkischen Forchheim in Bayern wehte eine Böe eine 36-Jährige während der Fahrt von ihrem Motorrad, dabei wurde die Fahrerin leicht verletzt.

Im Raum Karlsruhe stürzten entwurzelte Bäume auf drei Autos. Es gab auch Stromausfälle. Auch in Hessen waren die Feuerwehren im Einsatz. Zwei Motorradfahrer verunglückten bei Kirchhain und wurden verletzt.

Zwei Spezialkräne hoben in der Nacht zum Montag die Lok des im Mittelrheintal nahe St. Goar verunglückten Intercity-Zugs zurück auf die Gleise. Auch einer der vier aus den Gleisen gesprungen Waggons wurde wieder in Position gebracht, wie eine Bahn-Sprecherin am Montagmorgen sagte. Heftiger Regen hatte am Sonntagnachmittag einen Erdrutsch ausgelöst, der den IC mit etwa 800 Menschen an Bord entgleisen ließ. Der Lokführer erlitt einen Oberschenkelbruch, zehn Fahrgäste und vier Zugbegleiter wurden leicht verletzt.

dpa


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