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In einer texanischen Fabrik ist ein Düngertank explodiert. Foto:

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Notfälle

Unklare Opferzahl nach Explosion in texanischer Düngerfabrik

Zahlreiche Menschen sind bei der Explosion einer Düngemittelfabrik in Texas in den Tod gerissen worden. Wie viele bei dem Unglück in der Kleinstadt West in Nacht zum Donnerstag starben, blieb am Tag danach zunächst unklar.

Waco/New York. Die Polizei berichtete von fünf bis 15 Toten, Mitarbeiter des Rettungsdienstes hielten aber auch bis zu 70 Opfer für möglich. Etwa 180 Menschen wurden verletzt.

"Die letzte Nacht war für diese Gemeinde ein Alptraum", sagte der Gouverneur von Texas, Rick Perry, bei einer Pressekonferenz. Die Region um die kleine Stadt West wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

US-Präsident Barack Obama, der am Donnerstag an der Gedenkfeier für die Opfer des Bostoner Terroranschlags teilnahm, sicherte der Stadt Unterstützung zu. "Er hat aus der Airforce One auf dem Weg nach Boston angerufen", sagte Gouverneur Perry. Rettungsteams suchten unterdessen weiter nach Überlebenden. "Diese Tragödie hat wahrscheinlich jede Familie in dieser kleinen Gemeinde getroffen."

Klar war zunächst nur, dass vor allem Helfer unter den Opfern waren: Feuerwehrleute und Rettungssanitäter. Die Polizei ermittelt zwar wie bei einem Verbrechen, geht aber zunächst von einem Unfall aus. "Ich habe keine Hinweise gehört, dass das hier etwas anderes war als ein Unfall oder ein Feuer", sagte Polizeisprecher Patrick Swanton.

Die Fabrik in dem Städtchen West bei Waco, etwa 100 Kilometer südlich von Dallas, hatte am Mittwochabend gegen 19.30 Uhr ein Feuer gemeldet. Gut 20 Minuten später zerriss eine Explosion Tanks auf dem Gelände der Fabrik, ein 30 Meter großer Feuerball stieg in den Himmel. Die Erschütterung war so stark, dass Seismologen sie als Erdbeben der Stufe 2,5 klassifizierten. Die Explosion soll noch in 75 Kilometern Entfernung zu hören gewesen sein.

Wests Bürgermeister Tommy Muska sagte, dass 50 bis 80 Häuser zerstört worden seien. Ein Gebäude mit 50 Wohnungen stand mitten in der Druckwelle und verlor seine Fassade. "Es war ein komplettes Chaos, wie in einem Horrorfilm", sagte Ersthelfer Jesse Ross dem Sender KTVT. Er und seine Kameraden hatten die Umgebung evakuiert und mehr als 1000 Menschen der etwa 2800 Einwohner von West in Sicherheit gebracht, darunter mehr als 130 Bewohner eines Altenheims.

Wind erschwerte die Arbeit der Feuerwehr und nährte die Furcht vor giftigen Dämpfen, die zu Wohngebieten geweht werden könnten. Die Polizei riet dringend, die Gegend um den Unglücksort zu meiden. "Die Flammen waren so gewaltig", sagte Julie Zahirniako, die mit ihrem Sohn Anthony auf einem nahen Spielplatz war, dem Sender CBS. "Lauter konnte es gar nicht sein. Der Boden und alles hat vibriert."

Präsident Obama gedachte der Opfer kurz vor der Gedenkfeier für die Toten des Bombenanschlags beim Bostoner Marathon. Eine kleine Gemeinde in Texas sei von einem schweren Unglück heimgesucht worden, sagte er laut einer schriftlichen Erklärung. "Sie werden die Unterstützung des amerikanischen Volkes haben." Seine Regierung halte engen Kontakt mit den Rettungskräften, sagte Obama. Auch Papst Franziskus bat um Gebete für die Opfer und ihre Familien.

dpa


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