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Panorama Ungarn: Rot-Schlamm giftiger als gedacht
Nachrichten Panorama Ungarn: Rot-Schlamm giftiger als gedacht
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13:37 08.10.2010
Die Verzweiflung ist groß: Menschen kämpfen gegen die Giftflut Quelle: dpa
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Eine Analyse des Umweltbundesamtes in Österreich ergab, dass vor allem die Arsen- und Quecksilber-Werte gefährlich hoch sind und über den bei Rotschlamm üblichen Konzentrationen liegen. Das berichtete Greenpeace am Freitag in Wien. Die Umweltschutzorganisation kritisierte, die ungarische Regierung habe den Opfern und der Öffentlichkeit die wahren Giftmengen offenbar verschweigen wollen.

„Die Informationspolitik der ungarischen Regierung ist alles andere als EU-würdig“, sagte der Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. „Wir sind überrascht, dass Greenpeace diese Ergebnisse veröffentlichen muss.“ Die Organisation hatte am Tag nach dem Unfall im Ort Kolontar Proben genommen und dem Umweltamt zur Auswertung gegeben.

„Die Mengen, die wir gefunden haben, sind ökologisch sehr relevant, denn vor allem bei Arsen und Quecksilber besteht die massive Gefahr, dass sich diese Stoffe in der Umwelt anreichern“, erklärte Schuster. Insbesondere Quecksilber könne in die Nahrungskette gelangen und etwa den Verzehr von Fischen aus der Region für Jahre unmöglich machen.

Die Umweltkatastrophe, ohnehin schon eine der größten in Europa, sei nun als noch schlimmer einzuschätzen. Den Menschen vor Ort könne er derzeit keine Hoffnung machen, sagte Schuster. Alle Böden, über die der Schlamm gelaufen ist, seien stark kontaminiert. „Ein Leben, wie es vor dem Unfall war, wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren nicht mehr möglich sein.“

Greenpeace-Aktivist Bernd Schaudinnus, der sich in den vergangenen Tagen in Ungarn ein Bild von der Lage machte, berichtete von erschreckenden Szenen. „Die Behörden haben die Leute mit bloßen Händen arbeiten lassen, und Feuerwehrleute haben mir ihre Hände gezeigt, die total verätzt waren.“ Er könne sich nicht vorstellen, dass die ungarische Regierung keine Ahnung davon hatte, wie toxisch der Schlamm ist. „Da müssen doch Verantwortliche herumgehen und den Leuten sagen: „Fasst das bitte nicht an, das ist giftig!““

Wie groß die Gesamtmenge an Schadstoffen sein wird, die ins Grundwasser gelangt, sei noch nicht absehbar. Zudem bestehe grundsätzlich die „durchaus reale Gefahr“, dass getrockneter Schlamm aufgewirbelt und bis nach Österreich getragen wird, sagte Schuster. „Aber wir wissen noch nicht, in welche Kategorie die Staubteilchen fallen. Je nachdem wäre die Bedrohung durch eine Luftverschmutzung dann größer oder kleiner.“ dpa

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