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Polizei und Pannenhilfe sichern nach einem Unfall auf der A2 die Unfallstelle.

Polizei und Pannenhilfe sichern nach einem Unfall auf der A2 die Unfallstelle.© Oliver Schwandt

Wetter

Winter in Europa führt zu Flugausfällen und eisglatten Straßen

Flugzeuge in London und Frankfurt bleiben am Boden, Laster stehen quer, Züge verspäten sich: Das Winterwetter hat den Verkehr in Europa zum Wochenstart erheblich gestört.

Berlin. Es gab lange Staus auf Autobahnen, in Thüringen sogar einen bis zu 70 Kilometer langen. Fahrzeuge rutschten in Gräben, Laster steckten fest. Allein am größten deutschen Flughafen in Frankfurt fielen am Montag erneut hunderte Flüge aus. Buslinien wurden wegen eisglatter Straßen eingestellt. In Russland starben in diesem Winter bereits 180 Menschen wegen der Kälte. In Deutschland bleibt der Schnee laut Meteorologen liegen, neuen starken Eisregen soll es aber nicht geben.

- Mindestens 543 von 1190 geplanten FLÜGEN seien am Montag gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport am Abend. Grund seien ein Rückstau nach dem Eisregen vom Sonntag, aber auch Schnee und Kälte am Montag. An Europas größtem Flughafen London Heathrow wurden mindestens 175 Flüge wegen schlechter Sicht annulliert. Auch Paris, Amsterdam, München, Düsseldorf und Stuttgart strichen insgesamt Hunderte Flüge. Die Ausfälle und Verspätungen wirkten sich auch auf andere Flughäfen aus. Die Lufthansa empfahl, anstelle von innerdeutschen Flügen auf die Bahn umzusteigen. Doch auch Bahnreisende litten unter dem Winterwetter.

- Der BAHNVERKEHR in Deutschland rolle, es komme aber zu Verspätungen, sagte ein Bahnsprecher. "Es sind keine Strecken gesperrt." Als Vorsichtsmaßnahme sei die Höchstgeschwindigkeit der ICE-Züge auf 200 Kilometer pro Stunde (km/h) begrenzt worden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt ansonsten bis 330 km/h. So sollen Schäden an den Zügen durch aufgewirbelte Eisbrocken vermieden werden. "Das Tempolimit kostet uns Pünktlichkeit", ergänzte der Sprecher. Eis und Schnee machten auch Belgien zu schaffen: Hochgeschwindigkeitszüge des Thalys, der Brüssel mit Paris und Deutschland verbindet, verkehrten erheblich verspätet oder gar nicht. Auch Eurostar-Züge von Belgien nach Großbritannien wurden abgesagt.

- Auf glatten AUTOBAHNEN gab es zahlreiche Staus und Unfälle. Bis zu 70 Kilometer lang war zeitweise ein Megastau auf der A4 in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Lastwagen waren ins Schleudern geraten und konnten nicht mehr anfahren. Helfer verteilten warme Getränke, Essen, Kraftstoff und Decken an Frierende. Auf der A81 Heilbronn-Stuttgart stand der Verkehr wegen schlechter Sicht und Eisglätte auf mehr als 23 Kilometern Länge. In Brandenburg kippte ein Laster auf der A9 um, hunderte Paletten rutschten auf die Gegenfahrbahn, Eisregen verwandelte die A9 im weiteren Verlauf in Bayern in eine Rutschbahn.

- Auf eisigen STRASSEN kam es vor allem in Bayern, Brandenburg, Nordhessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu zahlreichen Unfällen. Es blieb aber meist bei leichteren Verletzungen und Blechschäden. In Brandenburg wurde eine 15-Jährige schwer verletzt, nachdem ein Räumfahrzeug sie erfasst hatte.

- Der BUSVERKEHR in Nordhessen wurde am Morgen für mehrere Stunden wegen Schneefalls eingestellt. In Frankfurt, Kassel und Darmstadt standen STRASSENBAHNEN still. Vereiste Oberleitungen behinderten diese unter anderem auch in Mannheim und Heidelberg.

- Der Winter führte bislang zu 180 KÄLTETOTEN in Russland. Das Wetteramt sagte dort Temperaturen bis zu minus 30 Grad voraus. Innerhalb der vergangenen vier Tage waren in Moskau etwa 50 Zentimeter Schnee gefallen, mehr als sonst im ganzen Monat Januar. In Ungarn starben nach Angaben des regierungsunabhängigen Sozialforums seit Oktober mindestens 130 Menschen an Kälte.

- In Österreich herrschte erhebliche LAWINENGEFAHR. In den Tiroler und Salzburger Skigebieten sowie in den Vorarlberger und Kärntner Bergen bestand in weiten Teilen Lawinenwarnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala. In der Saison 2012/13 kamen bisher schon neun Menschen in Lawinen ums Leben, wie das Kuratorium für alpine Sicherheit mitteilte. In den bayerischen Alpen herrschte Gefahrenstufe 2 (mäßige Gefahr).

- Viele Menschen freuten sich aber auch über den SCHNEE: Kinder fuhren Schlitten, Wintersportler stiegen auch in Ballungsräumen auf Langlaufskier um. In Großbritannien fiel für Zehntausende der Unterricht aus, weil 5000 Schulen geschlossen blieben. Auch Landwirte sind zufrieden: Der Frost lockere den Boden und schütze vor Schädlingen.

- Die WETTERAUSSICHTEN für Deutschland sind ebenfalls erfreulich. "Es ist kalt genug dafür, dass der Schnee liegenbleibt", sagte Tanja Dressel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. "Es ist fast überall etwas runter gekommen. Nur Mecklenburg-Vorpommern ist außen vor." Mit Glatteisregen wie am Wochenende müsse trotz Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts nicht mehr gerechnet werden. Maximal ein bis zwei Zentimeter Neuschnee sagen die Wetterfachleute voraus. Wintersportler könnten sich so richtig über gespurte Langlaufloipen und gute Verhältnisse an den Hängen freuen. Die Temperaturen bleiben in den nächsten Tagen tagsüber unterhalb des Gefrierpunkts und sinken bei klarem Himmel bis auf minus zehn Grad.

dpa


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