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Wieder eine Schießerei an einer US-Schule mit Verletzten aber ohne Tote. Durch das beherzte Eingreifen eines Lehrers konnte Schlimmeres verhindert werden.

Wieder eine Schießerei an einer US-Schule mit Verletzten aber ohne Tote. Durch das beherzte Eingreifen eines Lehrers konnte Schlimmeres verhindert werden. © Larry W. Smith / Archiv

Kriminalität

Wieder Schüsse an US-Schule

Mitten im Streit um schärfere Waffengesetze in den USA hat es erneut eine Schießerei an einer Schule gegeben. In Kalifornien eröffnete ein 16-Jähriger das Feuer und schoss gezielt auf seine Mitschüler.

Los Angeles. Ein Lehrer konnte laut Polizei ein schlimmeres Blutbad verhindern. Ein Teenager wurde schwer verletzt.

An diesem Freitag sollte zudem die Anklage gegen den Attentäter von Aurora verlesen werden. Bei dem Amoklauf während einer "Batman"-Kinopremiere waren zwölf Menschen erschossen worden. US-Präsident Barack Obama plant im Ringen um schärfere Waffengesetze nun einen Alleingang.

Nach der neuen Schießerei im zentralkalifornischen Taft sitzt der mutmaßliche Schütze in Untersuchungshaft. Ausgestattet mit einer Waffe und reichlich Munition habe er nach Unterrichtsbeginn das Klassenzimmer betreten und sein erstes Opfer angeschossen. Dann habe er auf einen weiteren Mitschüler gezielt, aber vorbeigeschossen, sagte Sheriff Donny Youngblood. Ein Lehrer und ein weiterer Schulangestellter hätten den Schützen überredet, die Waffe fallen zu lassen. Der Lehrer sei leicht verletzt davongekommen. Das 16 Jahre alte Opfer sei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden.

Schüler, die sich in Panik vor dem Schützen versteckt hatten, hätten die Polizei mit Anrufen aus dem Klassenzimmer alarmiert, berichtete der Sender 23ABC. Eine Mutter gab an, sie habe einen "hysterischen" Anruf von ihrer Tochter erhalten. Überall sei Blut, habe ihr das Mädchen berichtet. Mehr als zwei Dutzend Schüler sollen sich in dem Klassenraum aufgehalten haben. Laut CNN hatten zwei Mädchen während des Tumults leichtere Verletzungen erlitten.

Eine Mutter sagte der "Los Angeles Times", dass der Schütze schon früher Drohungen gegen Mitschüler ausgesprochen habe, auch gegen ihre Tochter. "Er hat allen erzählt, dass er eine Liste von Leuten habe, die ihn über Jahre hinweg geärgert hätten und die er töten wollte", wurde die Frau von der Zeitung zitiert.

Erst vor weniger als einem Monat hatte ein junger Mann in Newtown (Connecticut) bei einem Massaker an einer Grundschule 20 Kinder mit einem Sturmgewehr erschossen - es war der Auslöser zur Debatte um schärfe Waffengesetze in den USA. Vor einem halben Jahr hatte der Amoklauf während einer "Batman"-Premiere in Aurora im Staat Colorado mit zwölf Toten das Land erschüttert. Der 25-jährige Beschuldigten James Holmes muss sich nun in einem Prozess verantworten, wie die Richter bei einer Anhörung am Donnerstag entschieden. Die Staatsanwaltschaft habe genügend belastende Hinweise vorgelegt.

Bereits an diesem Freitag solle offiziell die Anklage verlesen werden. Allerdings habe die Verteidigung bereits eine Vertagung gefordert, hieß es weiter. Sollte Holmes verurteilt werden, könnte ihm die Todesstrafe drohen. Während der dreitägigen Anhörung hatte die Polizei erstmals offiziell Ermittlungsdetails zu der Tat am 20. Juli bekanntgegeben. Dabei beschrieben sie Holmes als kaltblütigen Waffennarren, der seine Tat über Monate geplant habe.

Obama ließ verlauten, dass er notfalls "per Dekret" Beschränkungen beim Waffenkauf erzwingen will. Die Lobbyisten drohten mit scharfen Widerstand. Zuvor war ein Treffen mit der mächtigen Waffenlobby NRA im Weißen Haus wie erwartet ergebnislos verlaufen.

dpa


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