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In Frankfurt müssen sich diese beiden Frauen an einem Metallpfosten festhalten - sonst hätte sie der Sturm umgeweht.© dpa

Wetter

Viele Tote durch Orkantief "Xynthia"

Auf seinem Weg nach Deutschland hat das Sturmtief Xynthia in Westeuropa mit Orkanböen und Regengüssen starke Schäden verursacht und mindestens 23 Menschen in den Tod gerissen.

Rund eine Million französische Haushalte waren am Sonntag ohne Strom, nachdem der Sturm von Spanien kommend über Frankreich hereinbrach. Unter den Unwetter-Toten war ein Mann aus Baden-Württemberg, der von einem Baum erschlagen wurde.

Nach Angaben des Zivilschutzes wurden allein in Frankreich durch den Sturm Xynthia 18 Menschen getötet. Viele der Opfer ertranken demnach oder wurden von herumfliegenden Gegenständen erschlagen. In Spanien kamen mindestens drei Menschen bei dem Sturm ums Leben. In Portugal wurde ein Zehnjähriger von einem herunterfallenden Ast erschlagen.

Die Stromversorgung der Haushalte sei durch den Sturm gekappt worden, teilte der zuständige Versorger ERDF am Sonntag mit. Am schlimmsten betroffen waren den Angaben zufolge Zentralfrankreich mit 375.000 Haushalten ohne Strom sowie der Westen des Landes, wo in 320.000 Haushalten der Strom ausfiel. Es gebe „zahlreiche Schäden“ am Stromnetz. Um das genaue Ausmaß festzustellen, seien 1500 Mitarbeiter im Einsatz, teilte ERDF mit.


Xynthia zog mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometer pro Stunde über Frankreich hinweg und sorgte an den Küsten für acht Meter hohe Wellen. In mehreren Regionen kam es zu Überschwemmungen. Im westlichen Département Vendée flüchteten sich viele Menschen auf die Dächer ihrer Häuser. Zahlreiche Bäume stürzten um. Am Eiffelturm in Paris erreichte der Sturm einem Rundfunkbericht zufolge Spitzengeschwindigkeiten von 175 Stundenkilometern. Allein Air France strich rund 100 Flüge am Pariser Flughafen Roissy.

Nahe der baden-württembergischen Gemeinde Feldberg wurde ein Mann am Sonntagmittag in seinem Auto durch einen umstürzenden Baum erschlagen, wie die Polizei in Freiburg mitteilte. Die Ehefrau des Opfers sei schwer verletzt geborgen und mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden.

Xynthia hatte sich vor der Atlantik-Küste Portugals zu einem Sturmtief aufgebaut und fegte am Sonntag auch über Deutschland her. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine Unwetterwarnung für weite Teile West- und Südwestdeutschlands heraus. Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden am Mittag starke Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 133 Stundenkilometern gemessen.

Xynthia ist einer der schwersten Stürme seit dem Orkan „Lothar“ Weihnachten 1999. Der Orkan war damals von der Biskaya kommend über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland hinweggezogen und hatte einen Schaden von etwa fünf Milliarden Euro angerichtet. Rund hundert Menschen wurden europaweit durch den „Jahrhundertsturm“ getötet. apn


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