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Video: Nach Streit bei Verkehrskontrolle stirbt Schwarze in US-Zelle

Sandra Bland starb am 13. Juli im Alter von 28 Jahren in einer Zelle in der Nähe von Texas, sie soll sich erhängt haben; Selbstmord. Bland war fesgenommen worden weil sie am 10. Juli beim Spurwechsel mit ihrem Pkw nicht geblinkt hatte – und sich anschließend mit dem Polizisten stritt, der sie verhaften wollte.Jetzt hat die Polizei aus Texas das Video veröffentlicht, dass die Verhaftungsszene zeigt. Wir haben uns das Video angeschaut:

Sandra Bland wechselt die Fahrspur ohne zu blinken. Der Polizist im Wagen hinter ihr bemerkt ihr Vergehen und stoppt die 28-Jährige. Er macht sie auf ihren Fehler aufmerksam und nimmt ihre Personalien auf. Er will wissen, wohin sie gerade fährt, dann geht er zurück zu seinem Auto. Bland wartet.

Als der Polizist ein zweites Mal zum Auto kommt, erklärt Bland, sie habe lediglich dem herannahenden Polizeiauto ausweichen wollen und verstehe nicht, wieso sie deshalb angehalten wurde.

Dann fordert der Polizist die Frau auf, ihre Zigarette auszumachen. "Ich bin in meinem Auto, wieso sollte ich das tun?", anwortet Bland. Plötzich wird der Ton des Polizisten ruppig: "Steigen Sie aus dem Auto aus", sagt er mehrfach, immer lauter werdend.Er öffnet die Fahrertür von Bland. Sie sagt: "Sie haben nicht das Recht, das zu tun."

Der Polizist greift ins Fahrzeuginnere, wiedeholt seine Forderung und droht die Frau aus dem Auto zu "zerren". Als er sie anfasst, wehrt Bland sich.

Der Polizist zieht seinen Elektroshocker, richtet ihn auf Bland und schreit: "Raus aus dem Auto!"

Das scheint die Frau zu beeindrucken, der Polizist wird noch deutlicher: "I will light you up", sagt er. Was sdirekt übersetzt "Ich zünde Sie an" heißt. Er meint, er wird sie mit dem Elektroschocker abschießen, wenn sie nicht aus dem Auto kommt.

Sie steigt aus, will telefoniern. Der Polizist verbietet das, will sie offenbar festnehmen. "Fühlen Sie sich jetzt toll?", will Bland wissen. Sie provoziert, keine Frage. Der Polizist sagt: "Drehen Sie sich um und legen Sie Ihre Hände auf den Rücken." Bland antwortet: "Wollen Sie mich verarschen?" Sie streiten noch ein wenig, dann hört man die Handschellen klicken. "Ich habe sie unter Kontrolle", sagt der Polizist in sein Funkgerät.

Was man dann nur hören kann, findet außerhalb des Kamerabereichs statt. Bland schreit und weint: "Sie brechen mir das Handgelenk" und "Oh, Sie sind ein echter Mann", ruft sie.

Bland wird festgenommen und in ein Gefängnis gebracht. Das war am 10. Juli. Drei Tage später, am 13. Juli wird Bland leblos in ihrer Zelle gefunden. Die Polizei spricht von Suizid durch Erhängen, die Familie der Toten hält das für ausgeschlossen.

Der Fall sorgt in den USA für große Aufregung. Unter dem Hashtag #SandraBland werfen Tausende der Polizei Rassismus vor, und beschuldigen die Beamten, den Suizid inszeniert zu haben.

Wer die Videoaufnahmen der Festnahme der jungen Frau gesehen habe, werde zustimmen, "dass Sandra Bland es nicht verdiente, festgenommen zu werden", sagte der texanische Senator Royce West am Dienstag (Ortszeit) vor Journalisten. Zuvor hatte er die Familie der 28-Jährigen besucht. "Das ist eine Tragödie, was hier passiert ist", sagte auch der texanische Regierungsvertreter Dan Patrick. "Sie hat ihr Leben im Gefängnis verloren und dem müssen wir nachgehen."

Von Tobias Welz


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