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Verkehrsminister Ramsauer: «In Deutschland ist die Anzahl der eingehenden Störungsmeldungen zum Thema Ölgeruch stetig gestiegen». Foto: Peer Grimm/ Symbol

Verkehrsminister Ramsauer: «In Deutschland ist die Anzahl der eingehenden Störungsmeldungen zum Thema Ölgeruch stetig gestiegen». Foto: Peer Grimm/ Symbol

Luftverkehr

Verdächtiger Geruch in Kabine - Ramsauer warnt

Seit einem Vorfall mit giftiger Kabinenluft bei Germanwings sind Flugreisende besonders sensibilisiert. Nun musste ein Flugzeug wegen eines verdächtigen Geruchs außerplanmäßig landen.

Die Ursache konnte auch am Sonntag nicht geklärt werden.

München (dpa) - Schon wieder musste ein Pilot wegen eines verdächtigen Geruchs den Reiseplan ändern: Eine Maschine der Lufthansa landete außerplanmäßig auf dem Münchner Flughafen. In der Passagierkabine sei am Samstag ein ungewöhnlicher Geruch bemerkt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Deshalb habe sich der Pilot vorsichtshalber zu einer Sicherheitslandung entschieden. Die Ursache für den Geruch konnte auch am Sonntag nicht geklärt werden. Experten stellten nach Lufthansa-Angaben fest, dass er von der Ladung im Frachtraum ausging. Der Airbus A321 mit mehr als 190 Menschen an Bord war auf dem Weg von Frankfurt nach Istanbul.

Die Maschine hatte 187 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder an Bord. Alle Passagiere wurden den Angaben zufolge ärztlich untersucht und sind wohlauf. Sie konnten ihre Reise drei Stunden später mit einer Ersatzmaschine fortsetzen.

Experten stellten nach Auskunft der Lufthansa fest, dass der Geruch nicht vom Triebwerk oder von einem anderen Flugzeugteil und auch nicht von den Gepäckstücken der Passagiere kam, sondern von der Ladung im Frachtraum. Zur Untersuchung des Frachtraums und des Frachtcontainers war am Sonntag auch eine sogenannte elektronische Schnüffelnase im Einsatz, die unter anderem gesundheitsgefährdende Stoffe findet. Auch bei dieser abschließenden Untersuchung durch Mitarbeiter der Lufthansa und der Feuerwehr konnte der Grund für den Geruch nicht gefunden werden. Das Flugzeug sei seit Sonntagvormittag wieder im Einsatz, so der Lufthansa-Sprecher.

Nach wiederholten Vorfällen mit verschmutzter Luft in Flugzeugkabinen sind Flugreisende besonders sensibilisiert. Kürzlich war bekannt geworden, dass 2010 giftige Dämpfe im Cockpit einer Maschine von Germanwings, der Billigflug-Tochter der Lufthansa, zu einer gefährlichen Situation geführt hatten. Dabei waren die Piloten fast ohnmächtig geworden. Anfang Oktober hatte ein Germanwings-Pilot wegen eines ungewöhnlichen Geruchs in der Passagierkabine den Start seiner Maschine vom sardinischen Flughafen Cagliari verschoben.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warnte vor weiteren Zwischenfällen mit giftiger Kabinenluft. "In Deutschland ist die Anzahl der eingehenden Störungsmeldungen zum Thema Ölgeruch stetig gestiegen", heißt es in einem Schreiben Ramsauers an EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, das dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" vorliegt. "In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt 74 Meldungen erfasst, wobei neun Fälle von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung als schwere Störungen eingestuft wurden", schreibt Ramsauer laut "Spiegel". Der Minister forderte, dass die EU-Kommission und die Europäische Agentur für Flugsicherheit das Problem lösen.

dpa


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