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Ein Bahnmitarbeiter und ein Polizist inspizieren den entgleisten Regionalexpress auf der Strecke Koblenz-Frankfurt.

Ein Bahnmitarbeiter und ein Polizist inspizieren den entgleisten Regionalexpress auf der Strecke Koblenz-Frankfurt. © Andreas Arnold

Wetter

Unwetter bescheren Musikfans turbulentes Festival-Wochenende

Beim "Hurricane" war es zum Glück nur Regen - doch der wirbelte das Programm des Festivals in Scheeßel ordentlich durcheinander. Das Zwillingsfestival im Süden wurde nach einem heftigen Unwetter gleich ganz abgesagt.

Scheeßel. Die 20. Ausgabe des "Hurricane"-Festivals im niedersächsischen Scheeßel haben sich Zehntausende Besucher und Veranstalter anders vorgestellt: Wegen mehrerer Unwetter mit Gewittern und massenweise Regen folgte auf einen unterbrochenen Spieltag am Freitag ein Festival-Samstag ohne Konzerte.

Am Sonntag sollte das Programm ohne Einschränkungen über die Bühne gehen. Beim Zwillingsfestival "Southside" im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck gab es dagegen kein Happy-End: Die Veranstaltung wurde nach einem heftigen Unwetter bereits am frühen Samstagmorgen abgesagt.

Wegen der Absage des "Southside" und etlicher entfallener Auftritte beim "Hurricane" rechnet der Geschäftsführer der Konzertproduktionsfirma FKP Scorpio, Folkert Koopmans, von einem wirtschaftlichen Schaden von schätzungsweise 15 bis 20 Millionen Euro. "Das ist kein Spaß", sagte er am Sonntag in Scheeßel. Es komme ein "Wust an Arbeit" auf das Unternehmen zu.

Der Regen hatte das Festival- und Camping-Gelände am Eichenring in Scheeßel unter Wasser gesetzt. Der Spielplan war am Freitag bereits für zwei Stunden unterbrochen worden, eine Bühne war unbenutzbar. Nachdem der Beginn des Programms am Samstag mehrmals nach hinten verschoben worden war, sagten die Veranstalter die Konzerte schließlich komplett ab. "Die Sicherheitslage war für uns hochproblematisch", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Mit dem THW legten die Einsatzkräfte das Gelände bis Sonntag an vielen Stellen trocken.

Nach dem gefeierten Auftritt von Rammstein, die am Freitag eine spektakuläre Feuershow auf die Bühne brachten, konnten sich die Musikfans am Sonntag auch auf weitere Highlights des Festivals freuen. Erwartet wurden unter anderem die Headliner Mumford & Sons aus Großbritannien und das Elektro-Kollektiv Deichkind. Alle Bühnen sollten bespielt werden.

Während einige Gäste ihre Zelte schon am Samstag abbauten, lieferten sich die verbleibenden Schlammschlachten und veranstalteten Partys unter ihren Pavillons. "Wir hatten wenige Probleme mit Drogen", sagte ein Polizeisprecher. Auch die Anzahl registrierter Straftaten bewertete er als gering. Einige Besucher zogen sich Verletzungen zu - allerdings nur "festivalübliche" wie umgeknickte Knöchel, sagte die leitende Notärztin.

Beim "Southside" in Baden-Württemberg mit 60 000 Besuchern wurden am Freitagabend bei einem heftigen Unwetter 82 Musikfans verletzt, davon kamen laut Veranstaltern 25 leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen. Die Sicherheit auf dem Gelände habe nicht mehr gewährleistet werden können. Der Campingplatz war verwüstet. Das Gelände sehe "zermalmt" aus, so als sei jemand "mit einem Bagger darin rumgefahren - fürchterlich", sagte ein Festivalgast.

dpa


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