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Hat wieder festen Boden unter den Füßen: Jessica Watson© dpa

Rekord

Umjubelte Heimkehr von Solo-Weltumseglerin Jessica Watson

Unter dem Jubel tausender Fans ist die australische Solo-Weltumseglerin Jessica Watson am Samstag in Sydney wieder an Land gekommen. Hinter der 16-Jährigen lagen 23 000 Seemeilen um die ganze Welt, 210 einsame Tage auf dem Meer - und sie strahlte über das ganze Gesicht.

Als sie ihre rosafarbene Jacht „Ella’s Pink Lady“ über die Ziellinie steuerte, brandete tosender Applaus auf. Watson stand überglücklich am Steuer und winkte. „So viele Gesichter, so viele Farben, so viel Lärm - das war alles überwältigend“, sagte sie später. Sie freute sich auf ein richtiges Bett und frisches Obst.

Leicht schwankend stieg sie am berühmten Opernhaus schließlich an Land und fiel ihren Eltern Julie und Roger in die Arme. Dann schritt sie tapfer über einen 100 Meter langen rosafarbenen Teppich, an dessen Ende Premierminister Kevin Rudd auf die junge Abenteurerin wartete. „Willkommen auf festem Boden, Jess, willkommen zu Hause in Australien“, sagte Rudd. „Du bist jetzt vielleicht noch wacklig auf den Beinen, aber für uns stehst Du aufrecht da, als unsere neueste australische Heldin.“

Die lange Einsamkeit hat die kecke Schülerin kein bisschen schüchtern gemacht. Sie widersprach dem Regierungschef gleich: „Ich betrachte mich nicht als Heldin“, meinte sie. „Ich bin ein ganz normales Mädchen, das an seinen Traum geglaubt hat. Man muss niemand Besonderes sein, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Man braucht nur einen Traum, man muss dran glauben und hart arbeiten.“ Watsons Stimme war etwas heiser, ganz so, als habe sie lange nicht laut und viel gesagt. Sie hatte ihre Stimme nur manchmal mit musikalischen Ohrwürmern geölt, die sie in einsamen Stunden lauthals in den Wind sang.

Rudd hatte ein Geschenk für Watson dabei: Er überreichte ihr einen Gutschein für die erste Auto-Fahrstunde, weil die Schülerin als nächstes den Führerschein machen will.

Watson war am Mittag mit einiger Verspätung in den Hafen von Sydney eingelaufen. Auf den letzten Kilometern riss ihr bei einer steifen Brise noch ein Segel, sodass sie nicht so schnell vorankam wie gedacht. Als ihre Zehn-Meter-Jacht dann endlich in Sicht kam, kannte der Jubel ihrer Fans kein Ende mehr. Hunderte Boote waren im Hafen und begleiteten die Jacht auf den letzten paar hundert Metern zum Anleger. Noch bevor sie einen Fuß an Land setzte, gingen allerdings Zollbeamte an Bord: Vorschriften sind Vorschriften, denn obwohl Watson nie einen Hafen ansteuerte, prüften sie, ob Watson nicht vielleicht Drogen oder Tiere an Land geschmuggeln wollte.

Als nächstes ließ die 16-Jährige ihren Landsmann Jesse Martin an Bord. Der hatte 1999 in 327 Tagen die Welt als jüngster umsegelt und zeigte sich tief beeindruckt von Watson. Sein Rekord steht in den Annalen des Verbandes, der Segelrekorde registriert. Dort wird Watson nicht landen: Erstens, weil der Verband die Kategorie „jüngster Weltumsegler“ inzwischen abgeschafft hat, und zweitens, weil ihre Route die Mindestdistanz, die der Verband als Weltumseglung akzeptiert, um ein paar hundert Seemeilen verpasste. Eine Kontroverse darüber hatte Watsons Triumph vergangene Woche überschattet. Ihr Team tat das als Spielverderberei ab, und tausende Fans sahen das genauso.

Hinter Watson lagen jede Menge brenzliche Situationen, die meisten passierten ausgerechnet, als sie schon fast zu Hause war. An der Südküste Australiens geriet sie in schwere Gewitterstürme, vor Tasmanien warfen zehn Meter hohe Wellen die Jacht fast um. Mit ihrem sonnigen Gemüt und nach dem Motto „Was mich nicht umbringt, macht mich stark“ sah Watson darin wertvolle Erfahrungen: „Wenn ich selbst zwischen den größten Wellen immer einen Grund zum Lachen finden konnte, in der Dunkelheit und selbst, nachdem ich fast umgekippt war, dann kann ich auch alles was auf mich zukommt, mit einem Lächeln schaffen“, schrieb sie in ihrem Reiseblog. dpa


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