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Der angeblich entdeckte neunte Planet in unserem Sonnensystem, hier eine computergenerierte Darstellung, soll etwa zehnmal so schwer sein wie die Erde.

Der angeblich entdeckte neunte Planet in unserem Sonnensystem, hier eine computergenerierte Darstellung, soll etwa zehnmal so schwer sein wie die Erde. © Caltech/R. Hurt/dpa

Wissenschaft

US-Forscher wollen neunten Planeten entdeckt haben

Als Pluto zum Zwergplaneten degradiert wurde, war die Aufregung groß. Nun könnte die Karte der Himmelskörper neu abgesteckt werden: Forscher glauben, den "planetigsten aller Planeten" im Sonnensystem entdeckt zu haben.

New York. Zwei US-Astronomen haben nach eigenen Angaben Hinweise auf die Existenz eines neunten Planeten in unserem Sonnensystem entdeckt. Der Himmelskörper sei etwa zehnmal so schwer wie die Erde, teilten Konstantin Batygin und Mike Brown vom California Institute of Technology mit.

Gesehen haben die beiden Wissenschaftler den möglichen neuen Planeten aber noch nicht. Brown bezeichnete den Fund als den "planetigsten aller Planeten im ganzen Sonnensystem". Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Forschungen im "Astronomical Journal".

Der vorläufig "Planet Neun" getaufte Himmelskörper umkreist demnach die Sonne in durchschnittlich zwanzigmal so großer Entfernung wie Neptun, der derzeit äußerste bekannte Planet in unserem Sonnensystem. Damit sei er so weit von der Sonne entfernt, dass er für eine Umkreisung wohl 10 000 bis 20 000 Jahre brauche.

Zum ersten Mal seit mehr als 150 Jahren gibt es stichhaltige Belege, dass die bisherige Erhebung unseres Sonnensystems unvollständig ist, wie Batygin am Mittwoch sagte. Die Hinweise beruhen bislang aber ausschließlich auf mathematischen Modellen und Computersimulationen.

Angestoßen wurde die Recherche durch Beobachtung von Zwergplaneten und kleineren Objekten, deren Umlaufbahnen von der Schwerkraft des unbekannten Himmelskörper beeinflusst werden könnte. Wegen der gewaltigen Distanz zur Sonne könnte er so wenig Licht reflektieren, dass er sich selbst stärksten Teleskopen entziehen könnte.

Trotzdem zeigten sich andere Astronomen beeindruckt. "Ich glaube, jetzt wird es einen Wettlauf darum geben, diesen Planeten zu finden", sagte Alessandro Morbidelli vom französischen Côte d’Azur-Beobachtungszentrum der "New York Times". "Ich glaube, die sind da etwas wirklich Existierendem auf der Spur. Ich würde da Geld drauf setzen."

Es wäre nicht das erste Mal, dass US-Forscher Brown die Karte unseres Sonnensystems grundlegend verändern würde. 2005 entdeckte der Astronom den Himmelskörper Eris im Kuipergürtel, dem Ring aus eisigem Geröll rund um den Planeten Neptun. Weil Eris etwa so groß wie Pluto war, setze die Entdeckung eine Diskussion über den Planetenstatus von Pluto in Gang - mit dem Ergebnis, dass Pluto 2006 zum Zwergplaneten degradiert wurde. Seitdem gibt es bislang nur noch acht offiziell anerkannte Planeten in unserem Sonnensystem: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Es könne aber keine Diskussionen darüber geben, ob es sich bei dem neuen Himmelskörper um einen Planeten handele, sagte Brown. Er sei 5000 mal schwerer als Pluto.

Über die anderthalb Jahre dauernde Recherche sagte Brown: "Ich habe, glaube ich, noch nie so viel Spaß daran gehabt, an einem Problem im Sonnensystem zu arbeiten, wie in diesem Jahr."

dpa


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