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Ein Mann wird im südafrikanischen Johannesburg auf HIV getestet. Gegenwärtig infizieren sich jährlich weltweit noch rund 2,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus.

Ein Mann wird im südafrikanischen Johannesburg auf HIV getestet. Gegenwärtig infizieren sich jährlich weltweit noch rund 2,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. © Jon Hrusa/Archiv

Gesundheit

UN-Organisation fürchtet Scheitern im Kampf gegen Aids

Jedes Jahr sterben rund 1,1 Millionen Menschen an Aids. Die meisten Todesfälle wären jedoch vermeidbar. Bis 2030 soll die tödliche Epidemie endlich gestoppt werden. Ist das realistisch?

Durban. Die Aids-Epidemie wird Experten zufolge wohl nicht wie geplant bis zum Jahr 2030 besiegt sein. "Ich habe Angst", sagte der Chef der Anti-Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAIDS), Michel Sidibé.

"Wir werden es nicht schaffen." Das erst kürzlich vereinbarte Ziel der internationalen Gemeinschaft, Aids in den nächsten 14 Jahren zu bezwingen, bleibe unerreichbar, wenn nicht schnell mehr getan werde. Angesichts anderer dringender Probleme wie Terrorismus oder Migration gehe die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen HIV in dieser kritischen Phase zurück, sagte Sidibé am Montag zum Auftakt der Welt-Aids-Konferenz in Südafrika.

In Folge der Immunschwächekrankheit sterben jedes Jahr noch etwa 1,1 Millionen Menschen, vor allem in Afrika. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte von der internationalen Gemeinschaft "schnelles und entschlossenes" Handeln, um das Ziel bis 2030 zu erreichen. Mehr als die Hälfte der weltweit rund 37 Millionen HIV-Infizierten habe immer noch keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten. Derzeit bekommen nach Angaben der Vereinten Nationen nur rund 17 Millionen infizierte Menschen Medikamente, die einen Ausbruch von Aids verhindern. 

Sidibé warnte auf der Konferenz in Durban, dass sich die Epidemie weiter ausbreiten könne. Dann werde die Bekämpfung für die internationale Gemeinschaft mittelfristig viel teurer werden. Die Mittel für UNAIDS wurden zuletzt von mehreren Staaten gekürzt.

Weltweit stecken sich jedes Jahr etwa 2,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus an. In Zentralasien und Osteuropa ist die Zahl der Infektionen in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen, vor allem in Russland. In Afrika, wo die meisten HIV-positiven Menschen leben, geht die Zahl der Ansteckungen trotz intensiver Präventionsbemühungen nur langsam zurück.

Die südafrikanische Schauspielerin Charlize Theron (40), die sich seit langem für den Kampf gegen Aids einsetzt, forderte daher größere Anstrengungen. Vor allem Mädchen und junge Frauen in Afrika bräuchten Hilfe, um Neuinfektionen zu verhindern. "Wenn wir auf ein Heilmittel warten, dann sterben die Menschen weiter", sagte Theron.

Die bis Freitag dauernde Welt-Aids-Konferenz bringt etwa 18 000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter aus rund 180 Ländern zusammen. Die Geschäftsführerin der Deutschen Aids-Hilfe, Silke Klumb, erklärte, die Konferenz markiere eine Weichenstellung für die Zukunft. Um die Erfolge der vergangenen 20 Jahre weltweit auszubauen, sei mehr finanzielles Engagement nötig. Auch Deutschland müsse mehr beitragen. "Das Leben von Millionen Menschen hängt davon ab!"

 

Experten werden bei der Konferenz auch über den Fortschritt bei der schwierigen Suche nach einer vorbeugenden Impfung und einem Heilmittel sprechen. Bisher kann das Virus im Körper nur in enge Schranken verwiesen, aber nicht komplett vernichtet werden.

dpa


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