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Justiz

Trier: Lange Haft und Sicherungsverwahrung für Kinderschänder

Der mutmaßliche Kinderschänder Christoph G. ist vom Landgericht Trier zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das Gericht eine anschließende Sicherungsverwahrung an.

Ihm waren mehr als ein Dutzend schwere Straftaten an Kindern und Jugendlichen zur Last gelegt worden.

Der Fall hatte im August 2009 deutschlandweit für Aufsehen gesorgt, als in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ nach einem Mann gefahndet wurde, von dem Videos mit Missbrauchsopfern im Internet entdeckt worden waren. Christoph G. stellte sich am Tag nach der Ausstrahlung der Polizei in Sonthofen im Allgäu.

Er war Übungsleiter in mehreren Sportvereinen und Mitglied im Spielmannzug einer freiwilligen Feuerwehr in Mayen in der Eifel. Vor Gericht stand er wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, unter anderem von heute elfjährigen Zwillingsbrüdern aus dem Landkreis Vulkaneifel. Zudem wird ihm vorgeworfen, Videos von sich und den Kindern gemacht und ins Internet gestellt zu haben. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein.

Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verlangt, die Verteidigung hatte auf sieben Jahre plus neun Monate plädiert.

Großangelege BKA-Fahndung


Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Anklage 18 einzelne Straftaten an Kindern und Jugendlichen zwischen Juni 2002 und Juni 2009 auf. Ein österreichischer Journalist hatte dem Bundeskriminalamt im Frühjahr 2009 die Videodateien eines Kinderschänders übergeben. Als einige Filmsequenzen im August in der Sendung „Aktenzeichen XY“ ausgestrahlt wurden und das BKA eine großangelegte Fahndung einleitete, stellte sich der 38-Jährige der Polizei in Sonthofen, wo er als Kellner arbeitete.

Zudem meldete sich die Mutter von heute elfjährigen Zwillingen bei der Polizei. Die Frau hatte in dem Video sowohl den 38-Jährigen als auch ihre ehemalige Wohnung wiedererkannt. Christoph G. wohnte bis zum Frühjahr 2009 in Mayen. Die Opfer soll er teils in der elterlichen Wohnung, teils in seiner eigenen Wohnung sowie in einer Jugendherberge missbraucht haben.

Nach einer Anzeige aus dem Bekanntenkreis der beiden Zwillingsbrüder war bereits vor mehreren Jahren gegen den heute 38-Jährigen ermittelt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte das Strafverfahren jedoch im Februar 2007 eingestellt, nachdem die beiden Kinder ihre Vorwürfe zurückgezogen hatten. apn


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