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Gilt als unberechenbar: Tillikum, der Killerwal© dpa

Unglück

Tragödie in Orlando: "Killerwal" tötet Trainerin

Tillikum war als unberechenbar bekannt: Der knapp sechs Tonnen schwere Orca-Wal in Orlandos Meerestierpark SeaWorld war bereits in zwei tödliche Unfälle verwickelt, bevor er jetzt erneut ein Opfer in den Tod riss.

Vor den Augen von mehreren Dutzend entsetzter Zuschauer packte der Wal eine Trainerin, die sich zu ihm gebeugt hatte und seinen Bauch kraulte, zog sie ins Becken und schleuderte sie dort immer wieder hin und her. Dawn Brancheau (40), eine der erfahrensten Trainerinnen des berühmten Tierparks, konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Der Sprecher der Polizei im Orange County, Jim Solomon, sagte bei einer Pressekonferenz gut zwei Stunden nach dem tragischen Vorfall, Brancheau sei auf der Plattform über dem Becken ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Dieser Darstellung widersprechen mehrere Augenzeugen, die am Donnerstag in US-Medien zitiert wurden.

Ein brasilianisches Paar, Joao Lucio DeCosta Sobrinho (28) und seine Freundin Talita Oliveira (20), beobachteten das Geschehen von einem Unterwasser-Aussichtspunkt. Die Brasilianer hatten die „Killerwal“-Show zwei Tage zuvor besucht und waren zurückgekommen, um zu fotografieren. Bei ihrem zweiten Besuch habe der gewaltige Orca- Bulle - anders als zuvor - sichtlich gereizt gewirkt, sagten sie der „Los Angeles Times“. Nachdem er die Trainerin an ihrem Oberarm gepackt hatte, habe er die Frau immer wieder aufs Wasser geklatscht. Brancheau blutete aus dem Mund oder im Gesicht: „Es war schrecklich, schlimm, es mit anzusehen."

Tillikum, genannt Tilly, ist der größte „Killerwal“, der in einem der zahlreichen nordamerikanischen Meerestierparks gefangen gehalten wird. Er war nach dem ersten tödlichen Unglück 1991 im kanadischen Victoria (British Columbia) als Zuchtbulle nach Orlando gekommen. In Victorias „Sealand“ hatte Tilly eine Trainerin zusammen mit zwei weiblichen Orcas in die Tiefe gezogen.

In Orlando zeugte er etliche Orca-Babys, berichtete die Zeitung „Orlando Sentinel“. Wegen seiner Größe und Vergangenheit verbot SeaWorld seinen Trainern, mit Tilly zu schwimmen. Als sich 1999 ein Besucher in SeaWorld versteckte und in der Nacht zu den Orcas ins Becken stieg, wurde er am nächsten Morgen tot auf Tillikums Rücken gefunden. Sein Körper war verschrammt und zeigte Bisswunden. Die offizielle Todesursache lautete „Unterkühlung“. Die Temperatur im Becken der Schwertwale (Orcas) wird bei etwa zehn Grad Celsius gehalten.

Der für die Tiere in allen SeaWorld-Tierparks zuständige Kurator, Chuck Tompkins, verteidigte Tilly gegenüber dem „Orlando Sentinel“: „Wir sollten nicht vergessen, dass es tausende Kontakte (zwischen den Trainern und) diesem Tier gab, ohne dass irgendetwas passierte“.

Die internationale Wal- und Delfinschutzgesellschaft (WDCS) widerspricht. „Orcas sind wildlebende, starke und oftmals unberechenbare Tiere, Sie sind generell ungeeignet für die Gefangenschaft“, weil sie dort unter Stress leiden, warnt die Organisation auf ihrer Internetseite (www.wdcs.org). Erst vor zwei Monaten hatte sich ein ähnliches Unglück in einem Orca-Becken auf Teneriffa zugetragen. Dabei kam ein 29-jähriger Trainer ums Leben. dpa


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