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Der Elefant war aus seinem Zirkus-Gehege entwischt und hatte einen Spaziergänger getötet.

Der Elefant war aus seinem Zirkus-Gehege entwischt und hatte einen Spaziergänger getötet. © Rene Priebe

Notfälle

Tödliche Elefanten-Attacke löst Debatte um Verantwortung aus

Die tödliche Attacke eines Zirkus-Elefanten in Baden-Württemberg hat Diskussionen um die Verantwortung und mögliche Folgen des Unfalls ausgelöst. Tierschützer kritisierten die Haltung von Elefanten im Zirkus, die baden-württembergische Landesregierung forderte ein Verbot.

Buchen. t. Der Zirkusbetreiber äußerte Medienberichten zufolge den Verdacht, Tierschützer könnten den Elefanten freigelassen haben. Eine Polizeisprecherin sagte, dazu gebe es keine konkreten Anhaltspunkte. Man könne es aber auch nicht ausschließen.

Der Elefant hatte am Samstag im Odenwald einen Spaziergänger getötet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Von alleine habe das Tier nicht aus dem Zirkuszelt freikommen können, teilte die Polizei am Montag mit. Eine Ermittlungsgruppe soll klären, ob die 34 Jahre alte Elefantenkuh namens Baby infolge von Schlamperei aus ihrem Gehege entkam oder absichtlich freigelassen wurde.

Inzwischen nahm der nordrhein-westfälische Safaripark Stukenbrock bei Bielefeld das Tier auf. Die Sprecherin des Safariparks sagte, Babys Verhalten sei völlig unauffällig. Das Tier benehme sich Menschen gegenüber ganz friedlich. Es sei in einem erstklassigen Pflegezustand und stehe gut im Futter.

Das baden-württembergische Ministerium für den ländlichen Raum rief die Bundesregierung auf, angesichts des Todesfalls die Haltung von Elefanten im Zirkus zu verbieten. Den Dickhäutern fehle es dort an Auslauf und Beschäftigung, und sie könnten nicht wirklich sicher untergebracht werden, sagte eine Sprecherin. Eine breite Mehrheit der Bundesländer sei daher für ein Verbot.

Auch der Deutsche Tierschutzbund fordert, dass Wildtiere in Zirkussen grundsätzlich verboten werden. Er wolle dazu eine Kampagne starten, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Tierschützer kritisieren zu kleine Gehege, ständige Transporte oder die aus ihrer Sicht von Gewalt und Zwang geprägte Dressur.

Baden-württembergs Landestierschutzbeauftragte Cornelie Jäger sagte, der Zirkus der Elefantenkuh Baby sei bei Kontrollen der Veterinärämter wiederholt aufgefallen. Die Einzelhaltung des Dickhäuters sei problematisch gewesen - Elefanten seien Herdentiere. Der Elefant hatte 15 Jahre lang allein in dem Zirkus gelebt.

Im Safaripark soll das Tier in eine Gruppe von drei gleichaltrigen Elefantenkühen integriert werden. Der Stuttgarter Zoo-Direktor Thomas Kölpin hält dies für die ideale Lösung. In einer intakten Herde mit mehreren Generationen lasse sich ein solcher Elefant nicht unterbringen, sagte er. Die Herde würde aggressiv reagieren. Aber die Haltung mit einzelnen anderen Kühen sei durchaus möglich.

Kölpin übte indirekt Kritik an den Eigentümern von Baby. Es wäre sinnvoll gewesen, den Elefanten schon nach dem ersten Angriff auf einen Menschen nicht mehr im Zirkus zu halten. Nach Angaben der Tierschutzorganisation Peta hatte das Tier schon mehrfach Menschen verletzt, unter ihnen ein kleines Kind.

dpa


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