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Oberstaatsanwalt Stahl informiert die Presse.

Oberstaatsanwalt Stahl informiert die Presse. © Henning Kaiser

Notfälle

Tod nach Krebs-Therapie: Wirkstoff im Visier der Ermittler

Drei Krebspatienten eines Heilpraktikers sind gestorben. Der Staatsanwalt sagt: Noch ist nicht klar, ob es an dem Medikament gelegen hat, das sie bekamen. Den Wirkstoff jedenfalls durfte der Heilpraktiker verwenden.

Mönchengladbach. Nach dem Tod von drei Patienten einer alternativen Krebs-Praxis am Niederrhein konzentrieren sich die Ermittler auf den Behandlungs-Wirkstoff "3-Bromopyruvat" (3-BP).

"Es gibt die Arbeitsthese, dass mit dem Wirkstoff etwas nicht in Ordnung war", sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl in Mönchengladbach. Möglicherweise sei der Stoff verunreinigt oder nicht richtig dosiert gewesen.

Der Heilpraktiker und Praxisinhaber, gegen den ermittelt wird, habe den Wirkstoff aber verwenden dürfen. "3-Bromopyruvat ist ein experimenteller Wirkstoff, der weltweit in der Tumortherapie eingesetzt wird", sagte Stahl. Genauer gesagt in der alternativen Tumortherapie, konkretisierte Stahl später.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betreiber der Praxis in Brüggen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen: Zwei Patienten werden diesen Angaben zufolge nach lebensbedrohlichen Beschwerden noch ärztlich behandelt.

Insgesamt seien 69 Patienten der Praxis gestorben. Die Ermittler prüften, ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Behandlung mit dem Präparat gegeben haben könne, sagte Stahl. Dazu befragten niederländische Beamte die Angehörigen der Gestorbenen. Die Praxis wurde vor allem von niederländischen Patienten aufgesucht. Eine Exhumierung der Toten sei jetzt kein Thema, widersprach Stahl früheren Medienberichten.

Einem Großteil der Patienten, die sich in der Praxis in Brüggen behandeln ließen, konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus schulmedizinischer Sicht nicht mehr geholfen werden.

Es gibt noch keine endgültigen Obduktionsergebnisse der Ende Juli gestorbenen drei Patienten, deren Tod die Ermittlungen ins Rollen brachte. Die Ermittler warten auf die Ergebnisse pharmakologischer und toxikologischer Ergänzungsuntersuchungen. Die Ermittler sind aber skeptisch, dass 3-BP nach dieser Zeit noch nachweisbar ist.

dpa


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