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Für 50 Euro zu haben: Schlagloch in Niederzimmern© dpa

Verkehr

Thüringer Dorf verkauft 257 Schlaglöcher

Anfangs war es nur eine lustige Idee auf einer Geburtstagsparty: Um seine maroden Straßen zu flicken, startete das Thüringer Dörfchen Niederzimmern Anfang März unter dem Motto „Teer muss her“ eine spektakuläre Schlaglochaktion. Eine Idee für Hannover?

Für jeweils 50 Euro konnten Interessenten im Internet ein Schlagloch kaufen. Die Sache erwies sich als gelungener Coup: Die Gemeinde konnte nicht nur 257 Schlaglöcher an den Mann bringen. Die findige Aktion fand bundesweit und sogar international Aufmerksamkeit.

„Ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass die Aktion so ein Erfolg wird“, freut sich Bürgermeister Christoph Schmidt-Rose (CDU) in Niederzimmern, wo an diesem Freitag zum Abschluss der Aktion ein Schlaglochfest steigen sollte. Mehr als 12.000 Euro hat das zwischen Erfurt und Weimar gelegenen 1000-Einwohner-Dorf durch die ungewöhnliche Verkaufsaktion eingesammelt. Damit seien in den vergangenen zwei Wochen sämtliche Löcher im Asphalt repariert worden, berichtet der 51-Jährige.

Die Thüringer haben sich damit nicht nur eines leidigen Problems entledigt, mit dem sich viele Gemeinden nach dem langen Winter plagen. Die aus der Not geborenen Idee bescherte dem beschaulichen Örtchen auch eine unverhoffte Werbung. Einmal in der Welt, wurde sie zum Selbstläufer. Zahlreiche Medienberichte machten die witzige Aktion der Thüringer auch in anderen Bundesländern und im Ausland bekannt. Sogar die britische Rundfunkanstalt BBC, die „New York Times“ und die südafrikanische, brasilianische und australische Presse berichteten darüber.

Verkauft wurden die Schlaglöcher nicht nur nach Düsseldorf, Hamburg, München oder Stuttgart, sondern auch nach Kanada, Luxemburg, Russland und Spanien. Die „Käufer“ sind vor allem Privatleute, aber auch Firmen und Thüringens Innenminister Peter Huber (CDU). Rein rechtlich konnte natürlich niemand ein Schlagloch erwerben. Es ist ein symbolischer Akt, der angesichts der leeren Haushaltskassen vieler Kommunen gleichwohl Schule machen könnte.

Der ursprüngliche Plan, neben dem sanierten Schlagloch eine Plakette des Spenders einzulassen, sei aus technischen Gründen allerdings nicht machbar gewesen, berichtet Schmidt-Rose, der aus Nordrhein-Westfalen stammt und seit 1997 in Niederzimmern lebt. An die gelungene Verkaufsaktion soll aber künftig ein Schlaglochdenkmal erinnern, das am Freitag in Niederzimmern enthüllt werden sollte. afp


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