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Gesundheit

Therapien für Pädophile auf Kasse - für mehr Kinderschutz

Immer wieder hat das Berliner Charité-Präventionsprojekt "Kein Täter werden" um seine Finanzierung gebangt. Nun sollen die Therapieangebote für pädophile Männer über die Krankenkassen abgesichert werden - als Modellprojekt für mehr Kinderschutz.

Berlin. Die Idee vorbeugender Therapien für pädophile Männer auf Krankenschein hat eine entscheidende Hürde genommen. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend, Patienten mit pädophilen Neigungen künftig in Modellprojekten zu beraten und zu therapieren, teilte die Bundestagsfraktion der CDU/CSU am Freitag mit. Ziel ist ein besserer Kinderschutz. Mit dem Beschluss ist der Auftrag an den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verbunden, ab Januar 2017 eine fünfjährige Erprobungsphase für solche Therapien zu starten.

Der Bundesrat berate am 25. November über diese Änderung, zustimmungspflichtig sei sie jedoch nicht, ergänzte eine Sprecherin der Bundestagsfraktion. Für das Modellprojekt seien wie geplant fünf Millionen Euro pro Jahr vorgesehen, ergänzte Jannis Taube, Referent des Berliner Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak (CDU).

In Berlin hatte die Berliner Charité 2005 mit dem Präventionsprojekt "Kein Täter werden" begonnen. Es richtet sich an Männer mit pädophilen Neigungen, gegen die kein Gerichtsverfahren läuft. Sie lernen in Therapien zum Beispiel in Rollenspielen und Empathie-Trainings, dass Kinder keinen Sex wollen. Ziel ist es, dass sie ihre Neigung kontrollieren können und kein Kind gefährden. Inzwischen gibt es das Hilfsangebot bundesweit an elf Standorten. Seit dem Start gab es nach Angaben von "Kein Täter werden" mehr als 7000 Anfragen nach Hilfe. Fast 3000 Männer stellten sich einer Diagnostik, mehr als 1000 erhielten ein Therapieangebot.

dpa


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